Montag, 15. Februar 2016

Was Kreative immer wieder hören ...

Das ist aber teuer!!! Wie kommt denn dieser Wahnsinns-Preis zustande???


Gehen wir davon aus, dass ich mir selbst einen „Stundenlohn“ von 15 Euro zahlen möchte.

Waaaaas?? So viel verdient doch kaum jemand in der freien Wirtschaft!!

Das mag sein. Jedoch muss ich von dem, was ich verdiene, Folgendes bezahlen:
• zwei Mieten
• die volle Krankenversicherung
• zweimal Haftpflichtversicherung (plus weitere Versicherungen)
• zweimal Strom, Heizung, Wasser etc.
• Material und Werkzeug sowie Versandkosten bzw. Benzinkosten
• Werbemittel wie: Flyer, Plakate, Anzeigen u.ä. (analog und online), Gebühren für das Aufstellen von Werbeträgern …
• Lebensmittel, Nonfood-Artikel, Kleidung, Telefonie / Internet, GEZ …

Da sind 15 Euro SEHR knapp bemessen!

Ich male an einem Bild zwischen 8 und 40 Stunden lang (mit Unterbrechungen, damit die Farbe trocknen kann). Das heißt, ich male sehr schnell!

An einer Halskette arbeite ich zwischen 2 und 8 Stunden lang – je nach Art und Komplexität der Technik (z.B. „Zigarren“ filzen --> in Scheibenperlen schneiden --> zusammen mit Perlen etc. auf Juwelierdraht auffädeln --> die einzelnen Elemente fixieren).

Generell muss ich noch jedes Schmuckstück und jedes Bild für meinen Onlineshop (www.Klunkerfisch.de) fotografieren, die Fotos bearbeiten und den Artikel mit Fotos und Beschreibung in den Onlineshop einpflegen sowie die Schmuckstücke / Bilder für den Laden auspreisen (mit selbst gestalteten und gedruckten Preisschildern) und hübsch für dich im Laden arrangieren.

Zur Arbeitszeit gehören aber auch die Internet-Recherche nach bezahlbaren und trotzdem qualitativ hochwertigen Materialien und Werkzeugen (das ist sehr zeitaufwändig und kann von mir oft nur am Wochenende erledigt werden – aber du sollst ja gute Ware erhalten!) sowie die Zeit für den Einkauf dieser Dinge (online oder im „real life“ – ebenfalls außerhalb der Geschäftszeit).

Beispiel für ein Acryl-Gemälde:
  16 Stunden Malerei-Arbeit (2 Tage = 2x 8 Stunden)
+ 2 Stunden Recherche / Einkauf
= 18 Stunden                                                              mal 15 Euro / Stunde = 270 Euro

Beispiel für eine Filz-Kiesel-Halskette:
   1 Stunde Steine filzen
+ 1 Stunde Gestaltung der Kette
+ 1 Stunde Fotografie, Fotobearbeitung, Onlineshop-Pflege und Auspreisung / Arrangement im Laden
= 3 Stunden                                                               mal 15 Euro / Stunde = 45 Euro

Und jetzt schau dir doch bitte noch einmal meine Preise an.
Bin ich in Wirklichkeit nicht sehr preiswert?

Ich habe das Glück, dass mir meine Arbeit riesengroßen Spaß macht und ich sie nicht als „Arbeit“ empfinde.
Aber ich möchte auch davon leben können.

Danke, dass du alles gelesen und verstanden haben.
Deine Klunki


Donnerstag, 4. Februar 2016

Viel Theater um den Kater!

Wie von Bellis angedroht, wurde Leo also am Montag, den 1. Februar kastriert. Er hat die OP gut verkraftet, hat zu Hause nicht geschmollt, nur etwas geruht, tüchtig gefuttert - und wollte dann am liebsten raus! Die ganze Nacht bettelte und heulte er.
Raus durfte er aber erst am Dienstagnachmittag. Und was macht Leo? Verduftet und lässt sich nicht mehr blicken!
Bellis war schlimm besorgt, als Leo am Mittwochmorgen nicht nach Hause kam. Sie ließ sogar den Laden zu und suchte alle paar Stunden unseren großen Innenhof und die umliegenden Straßen ab.
Als Leo am Nachmittag immer noch nicht da war, hängte sie Flugblätter an jede Haustür in unserem Viertel und postete überall im Internet, dass der Leo vermisst wird. Aber niemand hatte ihn gesehen.



Bellis hatte ja schon vor der OP nicht geschlafen. Dann nach der OP wegen Leos Gejammer auch nicht. Und nun also noch eine Nacht nicht. Irgendwann war sie dann doch auf dem Sofa eingepennt (Miss Flauschi und ich hielten auf dem Teppich davor Wache) - als plötzlich ein lautes, forderndes MIIIIIIAAAAAAUUUUU ertönte und Leo hereinspaziert kam, als wäre er nur mal eben draußen zum Pipimachen gewesen. Da war es gerade fünf Uhr früh am Donnerstagmorgen.
Er war wieder da! Quicklebendig, nicht allzu schmutzig und unverletzt, abgesehen von einem kleinen Kratzer am Ohr. Also, wir waren ja alle erleichtert! Wir, weil Bellis nun nicht mehr so traurig war, und Bellis, weil es Leo gut ging und sie sich keine Vorwürfe mehr machen musste, dass sie ihn nach der Kastration zu früh rausgelassen hatte.
Leo nahm das alles sehr gelassen. Er futterte zwei große Schüsseln leer und kuschelte sich dann mit aufs Sofa.



Happy Ending! =:o)
Euer Buster