Mittwoch, 26. Juni 2013

Triptychon "RGB"

Damit ihr nicht denkt, der Klunkerfisch ist untätig: Diese drei Bilder habe ich in den vergangenen Tagen gemalt. Sind sie nicht farbenfroh?

RGB - Rot   RGB - Grün    RGB - Blau

Freitag, 21. Juni 2013

Ich mache SPOCHT! Teil 10: Männertag

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, in dieser Woche mehr als ein Mal zum Sport zu gehen. Aber dann war es so heiß... Sei's drum - heute war es deutlich kühler als 30 Grad, also radelte ich ins Sportstudio.
Ich war heute später dran als gewöhnlich. Und deshalb hatte ich den Kreis "meiner" Folterbänke für mich alleine. Drumherum an den Geräten schwitzten allerdings einige Leute - und zwar ausschließlich Männer. Das waren nicht alles ältere Männer, sondern auch jüngere, zum Teil deutlich muskelbepackte Exemplare.
Besonders zwei fielen mir auf. Sie trugen Gewichtheberhandschuhe (echt schick! sollte ich mir auch zulegen) und trainierten ... Schaulaufen. Ehrlich! Wie auf Heidi Klums Laufsteg liefen sie lässig im Studio auf und ab, auf und ab, auf und ab... Keine Ahnung, ob sie sich von der letzten Übung erholten oder zeigen wollten, was sie auf den Rippen haben. Da ich die einzige Frau im Studio war, flogen jedenfalls ihre Blicke immer wieder in meine Richtung. Unangenehm, wenn man gerade selbst schwitzt und dabei nicht wirklich auf eine graziöse Haltung achten kann.
Irgendwann arbeiteten die beiden dann aber auch wieder an den Geräten. Und wie sie schufteten! Hörbar schnaufend wie eine Dampflok beim Bergauffahren (ich weiß, wovon ich rede - ich hab als Kind am Bahnhof gewohnt) und dabei den Blick bewundernd auf ihr Spiegelbild gerichtet - oooch, hat Mami euch früher nicht erlaubt, Ballett zu tanzen? ;o)
Aber wenigstens sahen sie mich nicht mehr an, und ich konnte in Ruhe meine Runden absolvieren.
Bis nächste Woche dann! Sport frei!

PS: Getränk des Tages: Wasser naturell mit Limone - naja...



Freitag, 14. Juni 2013

Ich mache SPOCHT! Teil 9: Je öller, je döller...

Zwei Wochen Pause lassen selbst den faulen inneren Schweinehund beschämt winseln. Also gab's heute keine Ausreden mehr - ich bin zum Sport geradelt. Gleich in der Umkleide hatte ich das erste deprimierende Erlebnis: Eine muntere Omi im knackig-braunen Eva-Kostüm zeigte mir stolz ihr durchgeschwitztes T-Shirt. "Ich war beim Zumba!", jubelte sie, "Das ist ganz schön anstrengend." Sagte es und wuselte davon in Richtung Sauna.
Beschämt verkniff ich mir den Pilates-Kurs und schlich zu den Folterbänken. An "meinen" Geräten schwitzte bereits die nette Frau in meinem Alter mit dem disziplinierten Tempo. Sie war genau ein Gerät vor mir, was mich zwang, die Übungen ebenfalls schöööön laaangsam und soooorgfääältig auszuführen.
Eine gemischt-geschlechtliche, geschwätzige Rentner-Gruppe schaffte sich unter Annikas Anleitung an den Geräten nebenan.Während ich trainierte, hörte ich ihnen zu. Die waren richtig gut drauf! Vereint bettelten sie einen der Herren an, einen Witz zu erzählen. Und der ließ sich nicht lange betteln. Wollt ihr ihn auch hören? Klar wollt ihr... ;o)
Eine rüstige 70-Jährige möchte sich, bevor es nicht mehr geht, einen großen Wunsch erfüllen: Einen wirklich hohen Berg besteigen. Deshalb reist sie in die Alpen. Vor Ort erkundigt sie sich nach den Möglichkeiten und bekommt zu hören: Nur mit einem erfahrenen Bergführer, wegen der Sicherheit. Na gut, meint sie, und nimmt die Begleitung eines jungen, knackig aussehenden Mannes an. Sie klettern bergan - zwei-drei Stunden. Die alte Dame wird nicht müde. Nach sechs Stunden erreichen sie den Gipfel. Der junge Mann sieht etwas erschöpft aus. 'Oh je', denkt sich die Dame, 'der Arme - ich sollte ihm etwas Gutes tun und ihn für seine Mühe entlohnen.' Und sie treibt es mit ihm auf dem Berggipfel... Danach meint der junge Mann: "Also das hätten Sie auch in der Talstation bekommen können."
Zugegeben, der Witz ist etwas platt - wir mussten trotzdem alle lachen. Meine Stimmung hob sich und ich erfüllte brav das ganze Pensum. Oh, ich merke es jetzt schon in den Muskeln - die Pause war zu lang.
Aber wenn ich auch mit 70 noch auf einen Berg klettern will (oder zumindest die Möglichkeit haben will, es tun zu können!), dann muss ich eben dran bleiben.
"Bis nächste Woche?", fragte die nette Frau in meinem Alter, als sie ging. Ja! Unbedingt!

PS: Getränk des Tages: Wasser naturell mit Caipirinha-Aroma. Schmeckt wie lasche Zitronen-Limo. :o/

Donnerstag, 6. Juni 2013

Hochwasser in Halle am 6. Juni 2013

Der Saalepegel ist von den gestrigen 8,10 m auf mittlerweile 7,66 m gesunken. Das ist gut. Aber Entwarnung kann noch nicht gegeben werden. Die Dämme sind aufgeweicht und instabil. Es besteht also immer noch die Gefahr von Dammbrüchen oder Rutschungen.
In den letzten vier Tagen gehörte das unablässige Tatütata von Feuerwehren, Krankenwagen und Polizeifahrzeugen zur Geräuschkulisse der Stadt. Heute waren die Sirenen kaum zu hören. Das fiel auf.
In den Straßen haben die Aufräumarbeiten begonnen. Viel Schlamm muss geschippt werden - von Straßen und Gehwegen, aus Geschäften, Kellern und Hausfluren. Momentan sind immer noch viele freiwillige Helfer im Einsatz. Und auch ich werde wieder mit zugreifen, wo Hilfe nötig ist.
Ich möchte aber noch anders helfen: 50% aller Verkaufseinnahmen über www.Klunkerfisch.de (bis 16.6.) werde ich an das von der Stadt Halle eingerichtete Spendenkonto für vom Hochwasser Betroffene überweisen.
Wenn du also schon immer ein Klunkerfisch-Schmuckstück haben wolltest und den Hochwasser-Betroffenen helfen möchtest - hier kannst du beides miteinander verbinden!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Hochwasser in Halle am 5. Juni 2013

Heute war ich ein Katastrophentourist, ein Schaulustiger, ein Gaffer. Ich hab lange gezögert, ob ich wirklich mit der Kamera losziehen und wie hundert andere Fotos vom Hochwasser-Spektakel schießen soll. Da aber den ganzen Vormittag immer wieder Meldungen im www davon zeugten, dass genügend Helfer an den Krisenorten vorhanden sind, hab ich meiner Neugier nachgegeben. Denn bisher hatte ich das Ausmaß des Hochwassers noch nicht mit eigenen Augen gesehen.
Ich hab mich sicherheitshalber "hilfsbereit" angezogen (mit wasserdichten Wanderschuhen und alten Klamotten) und bin weit gelaufen, gut 3 km immer an der Saale entlang. Oder besser: An ihren neuen Ufern. Von der Torstraße in die Glauchaer Straße und zum Glauchaer Platz. Von dort zum Salzgrafenplatz und zur Spitze. Und dann zum Robert-Franz-Ring, wo die meisten Sensationslüsternen standen. Und zum Schluss zum Markt, wo hunderte Freiwillige Sand schippten. Ich wurde nirgends gebraucht.
Deshalb zeige ich euch jetzt meine Fotos. Wenn ihr über die Diashow fahrt, seht ihr unten links eine kleine Sprechblase; klickt darauf, und ihr könnt meine Kommentare lesen. Und dann schaue ich im Internet, ob heute Abend noch irgendwo Helfer gesucht werden.
Trockene Füße für euch!

Dienstag, 4. Juni 2013

Hochwasser in Halle am 3. und 4. Juni 2013

Dass es so schlimm wird, damit hat niemand gerechnet - das hat wohl auch niemand befürchtet. Aber der Pegel der Saale stieg auf über 7 m seit gestern morgen, so dass in Halle der Katastrophenfall ausgerufen wurde.
Ich habe wie alle Hallenser das Steigen des Hochwasserstands im Internet in diversen Live Tickern und auf Twitter und Facebook verfolgt. Und irgendwann gestern Abend hieß es dann: Der Gimritzer Damm bricht! Das bedeutet: Die ganze Hallenser Neustadt säuft ab, denn die liegt zum Teil unterhalb des Saale-Pegels, auch wenn kein Hochwasser herrscht. Es wurden deshalb Helfer gesucht, die Sandsäcke befüllen, um den Damm zu stärken.
Gestern Abend gegen 22 Uhr machte ich mich deshalb auf den Weg in die dunkle Heide zum Hubertusplatz. Auf Umwegen und teilweise zu Fuß, denn die Straßenbahnen fuhren schon nicht mehr auf dem Gimritzer Damm. Am Hubertusplatz war Sand abgekippt worden; Hunderte von überwiegend jungen Leuten waren bereits dabei, in unglaublicher Eile den Sand in Säckchen zu füllen - es waren schon fast zu viele. Ich schaute ein paar Minuten lang zu, durchschaute schließlich das System des Ameisengewimmels, reihte mich ein und arbeitete mit: Säckchen aufhalten, Sand reinschippen lassen, Säckchen zubinden, Säckchen an die Träger übergeben. Später dann Mitglied einer Kette, die Sack für Sack erst auf einen Haufen, dann auf Transporter lud. Dann Säcke aufschütteln und umkrempeln, wieder zubinden, weiterreichen... Nach gut zwei Stunden waren zwei Tieflader Sand weggeschaufelt und erstmal Ebbe - am Hubertusplatz. Meine Finger bluteten von den scharfen Schnüren. Ich fuhr mit dem Taxi nach Hause. Unterwegs sah ich "unsere" Transporter mit "unseren" Säckchen, die gerade abgeladen und in den Damm eingebaut wurden.
Heute Morgen dann die Nachricht im Internet: Der Damm hält noch. Schön. :o)
Mir taten alle Knochen weh. Zum weiteren Schleppen von Säcken fühlte ich mich nicht in der Lage. Ich schaute deshalb im Internet, wo noch Helfer benötigt werden - und stieß auf die Freiwilligen-Agentur, die laut nach Helfern zum Brötchenschmieren riefen. Da eilte ich hin. Es war überwältigend zu sehen, wie hilfsbereit die Hallenser sind. Viele viele Lebensmittel wurden von Märkten, Bäckereien und Privatpersonen gespendet. Rührend - sogar Brötchentüten mit 10 Semmeln wurden abgegeben - und sie waren uns herzlich willkommen! Denn alles, was an Brot und Brötchen, Aufschnitt, Käse und Butter da war, war in kürzester Zeit dank vieler fleißiger Hände zu leckerem Proviant verarbeitet, in Kisten gepackt und zu den Einsatzorten transportiert worden. Immer wieder gab es Leerlauf, bis neue Lebensmittel von Geldspenden eingekauft oder neue Lebensmittelspenden eingetroffen waren. Aber geschafft wurde viel! Und es kam Dank von den Feuerwehrleuten, die ausrichten ließen, dass es die erste Verpflegung war, die sie heute erhalten hatten.
Die Leute von der Freiwilligen-Agentur sind unheimlich gut organisiert! Ständig telefonieren sie mit ihren Freiwilligen vor Ort (also an den Krisen-Orten), lassen sich durchgeben, wo noch Helfer benötigt werden und auch wo nicht (das finde ich wichtig!) und posten dies aktuell auf ihrer Facebook-Seite. Meiner Meinung nach sind deshalb ihre Meldungen aktueller und nützlicher als jeder andere Live Ticker, weil hier Hilfe koordiniert wird, ohne dass unnötige "Knäuel" entstehen, wie heute Nachmittag auf dem Hallmarkt und am Hubertusplatz, wo so viele Leute Sand schippen wollten, dass mehr behindert als geholfen wurde.
Hätte ich gestern nur zuerst auf der Agentur-Seite nachgesehen, dann wäre ich vermutlich woandershin helfen gefahren, wo man mich dringender gebraucht hätte. Auf jeden Fall werde ich mich morgen früh gleich bei der Freiwilligen-Agentur informieren, wo was getan werden muss. Und dann hoffentlich auch erfahren, dass der Saale-Pegel am Sinken ist. Drückt uns die Daumen!