Freitag, 5. April 2013

Ich mache SPOCHT! Teil 1: Das Leiden beginnt...

Da der Winter hartnäckig andauert, wird meine Winterspeckschicht immer dicker - ist jedenfalls mein Eindruck. Hosen kneifen, wenn ich mir die Schuhe zubinde. Die Treppe wird von Tag zu Tag steiler. Und der Blick in den Spiegel ist alles andere als erfreulich. Der in den Kühlschrank umso mehr...
Nee, so geht's nicht weiter, dachte ich mir vor einigen Tagen, und machte kurzentschlossen und todesmutig einen Termin in einem Fitness-Center aus, dessen Website eine allumfassende persönliche Betreuung in Form eines individuell zugeschnittenen Trainingsplans nach einem gründlichen Bodycheck anbietet. Das klingt gut - denn mein innerer Schweinehund wiegt in etwa das dreifache von mir und muss mit Fußtritten motiviert werden - und das Kursangebot des Centers (Zumba, Yoga/Pilates, Flexi-Bar u.a.m.) ist vielfältig, so dass ich denke: Da findeste was, was dir Spaß macht.
Wirklich ganz kurzentschlossen bin ich also in das Center marschiert, hab sofort einen Gesprächstermin gekriegt und - einen Vertrag abgeschlossen! Das ging echt fix! Halleluja! Ich war von meinem Mut selbst ganz überrumpelt.
Heute war mein erster Tag mit SPOCHT! Und ich musste mich heftig überwinden, tatsächlich hinzugehen.
Mir war vorher nicht klar, was für einen Aufwand es bedeutet, das nötige Equipment zu verstauen: Sportklamotten und Turnschuhe, klar. Ein kleines Handtuch für den Schweiß und als Mattenauflage. Ein Duschhandtuch. Badelatschen. Duschgel und sonstige Kosmetik. Und nicht zu vergessen: Die persönliche Trinkflasche, die ich erhalten habe und auf der mit grünem Edding mein Name prangt.
Mein Rucksack ist zu klein! Ich brauche eine größere Tasche - und sehe dann genau so aus wie die Muckibude-Typen, die mit ihrer SPOCHT-Tasche im Foyer herumlungern und sich exhibitionieren... Wobei: In diesem Fitness-Center gibt es keine Muskelprotze, das fiel mir schon beim Vorgespräch auf - das Durchschnittsalter liegt um die 45-50, die Leute sehen alle total normal aus und meine Hemmungen, meinen schokoladegestählten Body zur Schau zu stellen, sind auszuhalten.
Ja, Body... Zuerst machte man heute also den Bodycheck mit mir. Meine Muskelgruppen wurden eingehend getestet und gemessen - mit einem erschreckenden, wenn auch nicht überraschenden Ergebnis: Es sind keine Muskeln vorhanden. Also jedenfalls nicht im Rücken. Null, nada, nitschewo. Im Bauch auch nur wenige (dabei ist der doch so hübsch rund! da muss doch was sein!). Dafür bin ich überraschenderweise in Brust, Schultern und Armen gut bestückt (ein Schelm, wer jetzt was anderes denkt) - da bin ich stark und leistungsfähig, schau an. Ich bin gespannt, was sich die Annika, meine persönliche Trainerin (naja.. Checkerin) für mich für einen Trainingsplan ausdenkt. Ein bisschen gruselt mich - hoffentlich schickt sie mich nicht an die Geräte. So allein vor mich hin zu schnaufen ist nicht gerade mein Traum...
Kurse schon eher! Denn da muss man mitziehen, darf sich ja nicht blamieren durch zu häufiges Pausemachen. Also hat mich Annika heute gleich in einen Flexi-Bar-Kurs gesteckt. Kennt ihr das? Dieses wilde Herumgewippe mit Plastik-Stäben? Meine Güte, das sieht so einfach aus und ist so schwer! Ich hab partout keinen Rhythmus reingekriegt! Schon gar nicht, wenn ich dabei auch noch anstrengende Positionen einnehmen musste, den Stab irgendwo unter meinen gegrätschten Beinen schwingen lassen und dabei auch noch mit dem Fuß wippen sollte. Kein Witz! Sollte ich machen! Mit hochrotem Kopf, schnaufend und schweißgebadet!
Der wirklich sehr knusprig aussehende Trainer (dessen Namen ich mir vor lauter Aufregung nicht gemerkt habe) absolvierte die Übungen mit ekelerregender Lässigkeit, schob hier und da noch übermütige Lambada-Hüftschwünge ein, pfiff und sang zur (tatsächlich mitreißenden) Dirty-Dancing-Mugge und forderte uns per Mikro unbekümmert-fröhlich auf, wir sollen doch bitte "glücklich gucken".
Glücklich?? War ich erst, als die Stunde vorbei war und ich für mich verbuchen konnte, dass ich mehr als zwei Drittel des Pensums geschafft hatte. Ach kommt schon! Für's erste Mal doch nicht schlecht, oder? Nach quasi .. hm hm .. Jahren SPOCHT-Abstinenz??
Ich bin jedenfalls stolz auf mich und belohne mich jetzt.. nein, nicht mit Schokolade (die ist alle, leider) mit einem Apfel. So als Vorspeise erstmal.Und dann überlege ich mir, was ich heute Abend noch anstelle. Sollte mich nur bald entscheiden, bevor der Muskelkater seine Krallen in mein Fleisch schlägt und ich bewegungsunfähig in die Couch wachse...
Am Dienstag geht's weiter mit dem SPOCHT! Ich werde berichten!
Eure SPOCHT-Reporterin Steffi.