Donnerstag, 10. Juni 2010

Schlaflos

die Nacht klebt auf der Haut
wie geschmolzenes Karamell
dumpf lehne ich
an der Kühlschranktür
mit Schultern und Kopf
phantasiere von Kälte dahinter
von Eis und Zeit in mir

Ventilatoren schieben
unermüdlich surrend
schwere Luft durch den Raum
erspürt nur von den Ohren
bis er schmerzt, der Monoton
unterstreicht die Lethargie
fett und unendlich

wieviel ich trinke, Durst bleibt
rieche das Wasser nicht mehr
nur heißen Atem, alles verdorrt
heb mit den Fingern feuchtes Haar
lass Wüstenwind über die Kopfhaut
streichen - Sekunden - Kühle
verdampft augenblicklich

in Grosnjan (Kroatien), 2009