Montag, 26. April 2010

Die große Freiheit

Hach, war das ein schönes Wochenende! Wir durften den halben Samstag und den ganzen Sonntag frei herumlaufen. Das haben wir weidlich ausgenutzt! Die meiste Zeit haben wir hinter der Couch gepennt, dort ist es am kühlsten. Denn Bellis’ Dachwohnung heizt sich auch schon bei 16 Grad Außentemperatur sommerlich auf, wenn die Sonne scheint. Sobald aber Bellis die Tür zum Schlafzimmer öffnete, starteten wir durch! Na gut, ich startete durch. Denn ehe Nella hinterher geschlurft kam, war ich schon dreimal durch die Tür! Jedenfalls fast.

Ich weiß nicht, wie Bellis das macht, aber sie ahnt meist schon, was ich vorhabe, ehe ich auch nur den halben Weg bis zur Tür zurückgelegt habe. „Buster, nein!!“, donnert sie mir dann hinterher. So dass ich lieber ganz unschuldig und beiläufig, quasi vor mich hinpfeifend, unter dem Schrank verschwinde. Bellis lacht dann immer. Aber lässt mich keine Sekunde aus den Augen. Sie kennt mich eben. Denn wenn sie auch nur ein Momentchen wegschaut - huiii, bin ich ins Schlafzimmer gesaust! Sozusagen mit fliegenden Fahnen und schmetternden Trompeten, wie die Kavallerie beim Sturm auf’s feindliche Fort! Bellis saust dann aber immer hinter mir her, so dass ich nie weit komme - spätestens unter dem Hochbett hat sie mich, und dann geht die Jagd rückwärts!

Was Bellis aber nicht so häufig mitkriegt, ist, wenn ich mich ins Bad einschleiche. Und dort bin ich zu gern! Der Fußboden ist so ganz anders als in den anderen Zimmern, schön glatt und kühl. Und ich habe dort einen kleinen Teppich für mich allein, mit langen Fransen dran, an denen ich herumknabbern kann. Und dann ist da noch dieser große weiße Schrank - Bellis wäscht da drin manchmal unseren Hasenteppich - der hinten so verführerisch nach Gummi und Metall riecht. Und der so schön dicht an der Wand steht, so dass nur ich allein dahinter Platz habe. Hinter den krieche ich ja für mein Leben gern! Leider mache ich dabei ganz schön viel Krach, weil mein dicker Po nicht mehr so gut durch die Lücke passt wie früher. Außerdem stellt die Bellis immer Fallen auf: Plastikflaschen mit was drin, dass nach Blumen riecht. Und wenn ich mich daran vorbeiquetschen will, plumpsen die garantiert um. Dann kommt prompt das „Buster, nein!! Komm vor!!“ Und ich bin gezwungen, rückwärts aus der engen Lücke zu krabbeln. Meist hopple ich dann lässig bis zur Türschwelle und schaue meine Bellis unschuldig an: Is was? Dann lacht sie wieder. Und ich pose gemütlich auf dem Teppich mit den langen Fransen, bis sie wieder wegschaut. Auf geht’s zur nächsten Runde!

Euer Buster.