Montag, 30. November 2009

Myrrhe, Gold und Weihrauch


Seit Wochen schon, scheint es uns, ziehen wir durch das Land, durch fremde Städte, vorbei an Hütten und Palästen. Gen Westen nach Jerusalem, um beim großen König Herodes nach ihm zu fragen.

Hohe Berge überwinden wir, mit tiefen Spalten im ewigen Eis. Schneestürme peitschen uns und nachts ist es so kalt, dass unser Atem gefriert und wie Sternenstaub zu Boden rieselt.
Endlose Wüsten durchqueren wir, und der Sand rinnt durch unsere Schuhe, dringt in unsere Kleider und Augen.

Doch wir folgen unermüdlich seinem Stern, der vor uns herzieht, bei Tag und bei Nacht.
Vor Wochen schon sahen wir seinen Stern aufgehen. Wo ist er, wollen wir Herodes fragen, wo ist der neugeborene König der Juden? Wir sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Kostbare Gewürze führen wir mit uns, Pfeffer, Nüsse und andere Spezereien aus dem Morgenland, denn wir wollen zur Geburt des Königs besondere Kuchen backen.

Und wir bringen Geschenke zur Geburt des Kindes mit:
  • Weihrauch - denn wir glauben, es ist göttlich.
  • Gold - denn wir glauben, es ist ein König.
  • Myrrhe - denn wir glauben, es ist ein Mensch.

Eines Nachts, als wir in der Wüste lagern, erstrahlt der Stern so hell wie nie zuvor. Still ist es, und wir wissen, dies ist die Heilige Nacht, der Heiland ist geboren. Wir breiten unsere Gaben zwischen uns aus, wärmen uns an ihrem Glanz und versinken in unserer Andacht.

Am Morgen verwahren wir sorgfältig unseren Schatz, damit er nicht verloren geht auf unserem Weg nach Betlehem, wo wir das Kind finden werden.

Auf www.klunkerfisch.de findest du derzeit die Dezember-Kollektion des Klunkerfischs! Die Produkte (viele gläserne Flakons, gefüllt mit kostbaren Schätzen) haben etwas mit der Weihnachtsgeschichte zu tun und deshalb gerade jetzt eine ganz besondere Bedeutung. Komm vorbei und schau es dir an!

Und den Adventskalender darfst du auch nicht vergessen - ab dem 1.12. kannst du jeden Tag ein Türchen öffnen. Sei gespannt!

Samstag, 7. November 2009

Vom Erwachsenwerden und Erwachsensein

Auszug aus "Höhenrausch" von Ildikó von Kürthy

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber früher waren die Leute mit Mitte dreißig älter als heute. Früher gab es den Begriff „junge Erwachsene“. Die dazu passenden Menschen sind aber irgendwie ausgestorben.

Mein Vater hat sich nicht gefragt, ob er mit achtunddreißig schon bereit sei, Verantwortung für eine Familie zu übernehmen, oder welche Turnschuhmarke zurzeit modern ist. Mein Vater hatte da schon zwei Kinder, den Beruf, den er bis zur Rente behalten würde, und trug die Schuhe, die ihm meine Mutter kaufte.

Irgendwann ist es uncool geworden, erwachsen zu sein, und es erschienen Magazine, die auf dem Cover mit der Losung „Eigentlich sollten wir erwachsen werden“ werben. Ich könnte spontan mindestens fünf Leute Ende dreißig aufzählen, die sich begeistert eine Zeitschrift mit dem Slogan kaufen würden: „Eigentlich hätten wir schon vor zehn Jahren erwachsen werden sollen.“

Jetzt bin ich mit Männern zusammen, die so alt sind wie mein Vater, als ich fünfzehn war. Die überlegen, den Beruf oder die Stadt zu wechseln. Oder die gar keinen Beruf haben und erwägen, ein paar Jahre im Ausland zu jobben oder ein Zweitstudium zu machen oder vielleicht lieber doch mal „was ganz anderes“.

Ich habe so die Nase voll von Typen, die einen Job haben statt einen Beruf, die „Projekte in der Pipeline“ haben oder „projektbezogen auf Honorarbasis“ arbeiten. Ganz zu schweigen von den Idioten, die schon ihr halbes Leben hinter sich haben, aber immer noch zögern, sich auf eine „feste Beziehung“ einzulassen.

Alle sind unheimlich flexibel und mobil, aber niemand will sich festlegen. Zumindest noch nicht. Später vielleicht. Aber irgendwie ist später meistens zu spät. In unserem unerwachsenen Dasein dauert nichts mehr richtig lange. Wer so irre mobil ist, der ist meistens schon wieder unterwegs, bevor es ernst werden könnte. Es gibt ihn nicht mehr: den Beruf fürs Leben, den Mann fürs Leben, den Freund fürs Leben. Nicht einmal mehr Jeans kann man länger als eine Saison tragen.

Männliche Endvierziger hängen mittags mit bemüht asymmetrischen Frisuren in Cafés rum und überlegen, wie sie das Erwachsenwerden verschieben können - auf einen Zeitpunkt, wo unsereins schon in die Wechseljahre kommt und jeder Eisprung ein Grund zum Anstoßen ist.

Wir sind verdammt dazu, neugierig und jung zu bleiben, immer aufgeschlossen für Neues, für Veränderungen, für Entwicklungen. Ist ja auch gut und richtig und bewahrt einen vorm Gelangweiltsein und vorm Langweiligwerden. Aber sei mal gleichzeitig offen für alles Neue und trotzdem zufrieden mit dem, was du hast. Nicht so leicht.

Montag, 2. November 2009

Taschenbuch mit Lyrik: Bellis. Blueprints.



Seit einigen Jahren schreibe ich unter dem Pseudonym Bellis Lyrik und Prosa. Einen Teil davon veröffentlichte ich bereits in Lyrik-Anthologien (herz.rhythmus.störung und Das Spinnennetz der Sappho) sowie in diversen Literatur-Foren.
Mein Traum war es aber immer, ein kleines Taschenbuch daraus zu machen. Voilá! ;o)

Das Besondere an diesem Büchlein ist seine Gestaltung: Ein echtes Taschenbuch sollte strapazierfähig sein, knautsch-, reiß- und wasserfest, so dass es überallhin mitgenommen werden kann: in der vollgestopften Handtasche, im übervollen Koffer, in den Park, in die Badewanne - egal wo du romantische Gedichte lesen möchtest, dieses Buch nutzt sich nicht ab.

Jede Seite des Buchs wurde einzeln einlaminiert. Eingebunden wurden die Seiten mit einer sehr stabilen, transparenten Ringbindung aus Plastik. Du kannst also ganz beruhigt sein, wenn dir beim Lesen die eine oder andere Träne darauf tropft. Solltest du das Buch mal im Garten liegen lassen - Morgentau und Nieselregen können ihm nichts anhaben. Auch der Kakao, den du versehentlich darüber schüttest, lässt sich wieder abwischen. Und deine nassen Finger in der Badewanne tun ihm auch nicht weh. ;o) Nur unter Wasser solltest du es nicht lesen!

Eine weitere Besonderheit ist das Cover: es gibt sechs verschiedene Motive - schau dir die Abbildungen an und such dir dein Lieblingsmotiv aus! Das Buch wird auf deine Bestellung extra angefertigt.

Das Taschenbuch wird von mir im Selbstverlag nur im Klunkerfisch-Shop auf vondir.de vertrieben. In anderen Läden wird das Buch nicht zu erwerben sein.
Auf 60 Seiten findest du romantische, nachdenklich machende und humorvolle Gedichte, die Momentaufnahmen widerspiegeln oder den Differenzen aus Kopf und Bauch entsprungen scheinen, die Erlebtes und und Ersponnenes erzählen und in denen du dich selbst wiederfindest.
Leseprobe? Bitteschön! ;o)

Tango amore

ich klebe fest in deinem Arm
mir ist nicht warm
mir ist so heiß
doch meine Augen sind wie Eis
ganz spitz gezapft in deinen Blick
ein Wiegen vor und eins zurück

mein Ausdruck hält dich auf Distanz
und doch nicht ganz
und doch so nah
kommst du mir - denn das will ich ja
ich schüttle meinen Kopf erbost
derweil mein Fuß dein Schienbein kost

du senkst dich tief auf mich hinab
die Luft wird knapp
die Luft wird dick
ich beuge mich bis ins Genick
mein Haar streift über das Parkett
ein Hüftschwung und dann Pirouette

der Rhythmus hämmert in mein Ohr
es kommt mir vor...
er kommt - und wie
wir beide tanzen Knie an Knie
kommt er mir vor wie Libido
der Tanz... der Tan... oh... Ta... Tan-go!

© Bellis