Donnerstag, 24. April 2008

Befruchtet?

Ich bin eine Hallorenkugel. Was das heißt? ;o) Nun ja, ich bin gerade für schwanger gehalten worden, weil ich heute so ein weites, schlabberiges Hosenkleid anhabe, um meine Rundungen zu kaschieren.
Ein Kunde, der mich im Büro aufsuchte, fragte deshalb: "Wie lange sind Sie denn noch hier?"
Meine Antwort: "Bis zur Rente."
"Wollen Sie auf dem Schreibtisch entbinden???"
"Ich bin nicht schwanger, ich sehe nur so aus!"
Es war ihm sichtlich peinlich. Aber mir nicht - ich bin nun mal eine Hallorenkugel. Süß und rund und unheimlich lecker.
;o)

Donnerstag, 17. April 2008

Wassernurwollt?! Ein Mangelprotokoll.

Ich stinke. Ganz gewaltig. Und das gleich aus mehreren Gründen.
Als ich gestern am Spätnachmittag nach Hause kam, empfingen mich zwei Überraschungen: Ein Wasserwagen vor der Haustür und eine Mail von meinem Vermieter.
Die kommunale Wasser- und Abwasser GmbH hatte aufgrund von Baumaßnahmen in unserer Straße kurzerhand ohne Ankündigung das Wasser ab- und dafür einen 3000-Liter-Wasserwagen aufgestellt. Für fünfzehn Wohneinheiten. Macht ein Vollbad pro Wohnung, wenn man sparsam ist und gemeinsam in die Wanne klettert. Das Wasser kleckerte aber nur bis ca. 19.30 Uhr aus dem Hahn, dann war Dürre. Dummerweise hatte ich auf meine Wasserration vertraut und keine Töpfe mit Kleckerwasser gefüllt. Bald hatte ich Durst – und den konnte ich nur mit Prosecco stillen, denn Mineralwasser und Orangensaft waren aus und Milch passte nicht zu meiner Stimmung.
Ich brauchte Alkohol, da mir mein Vermieter in seiner neuesten Mail meinen Auszug nahe legte … Dieses Kapitel fordert eigentlich ein eigenes Posting, aber dazu muss ich vorher abklären, ob ich anonymisierten privaten Schriftwechsel veröffentlichen darf.
Ich trank also Prosecco, entwarf scharfzüngige Antwortschreiben und krabbelte schließlich müffelnd ins Bettchen. Nachts hatte ich schrecklichen Durst und Alpträume, in denen ich in meinem Bett vertrocknete, wo man mich Wochen später fand, dehydriert wie Ötzi, neben mir zwei leere H-Milch-Packungen…
Natürlich gab auch heute Morgen der Wasserhahn nur ein müdes Röcheln von sich, als ich ihn um etwas Nasses bat. Was nun? Einen Vorteil hat eine Dachwohnung, wenn es auch wiederholt reinregnet. Nein nein, ich habe nicht das Wasser aufgehoben, das ich beim letzten Starkregen in diversen Töpfchen auffing – obwohl die Menge (mehr als ein halber Liter) durchaus für ein paar Tassen Kaffee gereicht hätte (eine kaffeebraune Farbe hatte das Wasser sowieso schon, da es mit Vorliebe von den dunkel gebeizten Dachbalken tropft) – ich habe auf meiner Dachterrasse zwei Regenfässer stehen! Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den anderen Mietern! Wie die heute Morgen ihre Verdauungsrückstände weggespült haben, weiß ich nicht – ich konnte mir mit der Gießkanne helfen! Überhaupt ist es ja sehr ermunternd, wenn man zur Freude von Nachbarn und Voyeuren bei gefühlten 10°C unter Null (der Boden der Dachterrasse hat wirklich geglitzert!) nur mit einem Pyjama bekleidet bis zum Ellenbogen im Wasserfass steckt. Erfrischend war auch die morgendliche Wäsche. Nee, unter der Gießkanne geduscht habe ich nicht! Dazu war das Fasswasser zu eisig. Stattdessen verpasste ich mir eine Katzenwäsche mit Lappen und Seife und duftender Lotion und noch mehr Parfüm. Zum Zähneputzen fand ich noch ein paar Tropfen im Wasserkocher und in meiner Zimmerpflanzengießkanne. Na, geht doch!
Als ich ins Büro eilte, teilte mir der Hausmeister auf der Treppe mit, dass die Pumpe des Wasserwagens abends kaputt gegangen wäre. Wieso er aber nicht stehenden Fußes am Telefon die kommunale Wasser- und Abwasser GmbH zur Behebung des Problems aufgefordert hat, hat er mir nicht verraten. Vermutlich hatte er genügend Biervorräte, sein Haar glänzte heute Morgen aber auch beneidenswert schön…

Freitag, 11. April 2008

Schildkröten ála Feng Shui!

Eine Kundin bat mich, für eine Freundin ein ganz besonderes Mobile anzufertigen, das diese für ihr Büro verwenden möchte:
Es soll nach Feng Shui gestaltet werden, aus Schildkröten bestehen und sich farblich nach den fünf Elementen des Feng Shui orientieren. Was für eine Herausforderung! ;o)

Im Feng Shui schützen Schildkröten vor Unheil und unangenehmen Schicksalsschlägen. Sie verstärken Reichtum, Erfolg und Wohlstand und die Erfüllung von Wünschen und Träumen. Sie sollen zum Schutz gut sichtbar in den Räumen und im Osten aufgestellt werden, im Arbeitszimmer und in der Finanzecke vermehren sie den Reichtum.

Da ich mich mit Feng Shui nicht auskenne, mußte ich erstmal recherchieren, welche Elemente es denn da gibt und welche Farben ihnen zugeordnet sind:

Wasser: schwarz, blaugrün, violett, grau
Holz: grün, hellblau, gelb
Feuer: rot, orange
Erde: gelb, beige, braun
Metall: silber, gold, weiß, grau

Außerdem fand ich heraus, dass es im Feng Shui einen Entstehungszyklus gibt, der beschreibt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Elemente ineinander übergehen. Und dass die Elemente bestimmten Himmelsrichtungen zugeordnet sind. Damit wurde mir klar, wie ich die Schildkröten später anordnen muss.

Ich mischte in einer Grafik die Farben, um Harmonien zu finden, gestaltete stilisierte Schildkrötenpanzer mit diesen Farben und ordnete sie entsprechend den Himmelsrichtungen an.

Zuerst filzte ich die Panzer. Die Farben wählte ich entsprechend meiner Grafik. Dabei war ich überrascht, welche spannenden Kombinationen sich ergaben, wenn ich Farben mischte, die sich auf den ersten Blick miteinander "bissen".

Ich versuchte, Ornamente oder Motive einzufilzen, die das jeweilige Element verdeutlichten:

Wellen beim Wasser,
Zweige beim Holz,
Flammen beim Feuer,
Risse bei der Erde,
metallisch glänzende Streifen beim Metall.

Das war ziemlich schwierig, aber mit den Ergebnissen war ich zufrieden. Die Panzer waren alle gleich groß (3 cm lang), und jeder von ihnen wirkte individuell, aber nicht zu schrill.

Meine ersten Versuche gefielen der Kundin farblich gut, auch die Ornamente fand sie passend. Aber sie wollte gern ein Grün für die Holz-Schildi, weil das die bestimmende Farbe bei diesem Element ist.
Die Holz-Schildi hatte ich hellblau gemacht, weil das eine Farbe des Elements Holz ist, die sich kaum im Symbol (Zweige mit Blättern) darstellen ließ. Deshalb gestaltete ich einen Wolkenhimmel als Grundfarbe und darauf braun-grün-gelbe Zweige.
Doch wenn Grün als Grundfarbe nach Feng Shui besser ist, nehme ich eben Grün. ;o)

Denn natürlich möchte ich alle Schildis so anfertigen, dass sie der Kundin gefallen. Die fertigen Panzer kann ich nicht abändern, denn die Muster sind fest aufgefilzt und nicht aufgestickt.
Doch mit der Holz- und mit der Metall-Schildi bin ich selbst nicht so richtig zufrieden. Deshalb werde ich diese beiden noch einmal neu filzen.

Fortsetzung folgt auf http://www.klunkerfisch.de/!