Freitag, 7. November 2008

Weihnachten kommt immer so plötzlich!

Die Oktoberkollektion des Klunkerfischs hab ich hier gar nicht beworben - zu sehr war ich gedanklich und auch in der Tat schon mit dem November und dem Dezember beschäftigt.

Derzeit findet ihr beim Klunkerfisch schicken handgefertigten Schmuck aus FIMO und Faltschnittkarten (3D-Popup-Cards), die sich als Aufsteller vor Teelichtern oder als Geschenkanhänger bzw. Grußkarten verwenden lassen. Und das alles in Novemberfarben: schwarz und weiß.
Dazu gibt es noch eine große, monochrome Collage, die eine Zierde für manche Wand sein könnte.

Gespannt sein dürft ihr aber auch auf den Dezember. Neben typisch weihnachtlichen Schmuck- und schmückenden Stücken könnt ihr euch auf biblische Sachen und auf einen Adventskalender freuen!
Und ich freue mich auf euren Besuch! :o)



Donnerstag, 18. September 2008

Klein und dick - Frau im Glück???

Ich bin verzweifelt. Denn ich habe nichts anzuziehen! Ein typisches Frauenproblem? Ja, schon. Aber im Normalfall durch exzessives Shopping leicht zu lösen. Nur bin ich nicht normal.

Ich bin Ende Dreißig, klein und dick. Und das ist der Grund, warum ich nach einer dreistündigen Shoppingtour durch das größte Einkaufszentrum Mitteldeutschlands nicht eine Klamotte gefunden habe, die mir a) gefällt und b) passt und c) auch steht! Wogegen mein Herzallerliebster (HAL), der sonst sehr wählerisch und ungeduldig ist, in drei verschiedenen Läden vier Pullover abgriff, die allesamt lässig und preiswert waren. Wie gemein!

Ich hatte die Wahl zwischen Girlie-Look in Lila und Plastikgrün, den ich bereits in den 80ern trug, als die Mutter der grinsenden Kundin aus der Nachbarkabine in meine Parallelklasse ging, und bei dem selbst die Größe L aussieht wie XS, nur das die Ärmel bis zu meinen Knien gehen. Oder dem Zelt-Style von Ulla Popken & Co., deren Modemacher offenbar der Meinung sind: wenn eine Frau zunimmt, dann in alle Richtungen, also auch nach oben und unten und in der Jahreszahl, so dass am Ende eine mollige Frau ungefähr 1,80 m groß und im Durchschnitt 60 Jahre alt ist. Ich bin doch aber nur 154 cm kurz und erst 38!

Ich probierte gestern Babydolls und Tuniken an, die herrlich runde Bäuche verstecken können, wenn sie nicht unter der Brust gesmogt oder gar mit einem auffälligen Schleifchen abgebunden sind. Ich quetschte mich und meinen Busen in schlabberig aussehende Used-Look-Shirts (Größe L), die aufgrund von schmalem Schnitt, Schultersitz und Ärmellänge eine prima Zwangsjacke für mich abgegeben hätten (wirklich! ich hätte die Ärmel hinter meinem Rücken zusammenbinden können!). Ich versuchte Strickpullunder und Westen, in denen mir der Schweiß sicher auch noch in den Kniekehlen perlen würde, während meine Arme gänsehäuten. Und ich streifte, zunehmend (nein! ich hatte noch nichts gegessen!) resigniert, durch die „Damen“-Abteilung von H&M, Sinn&Leffers, C&A, Peek&Cloppenburg & anderen Modehäusern. Überall für „Mädchen“ dieselben schrillen Farben und Blockstreifen (hallo?! soll ich summen, wenn ich das trage, damit auch der Letzte die dicke Hummel heranschwirren sieht?) und dieselben Wigwams in gedeckten Herbsttönen für „Damen“.

Wisst ihr, Männer, wie sich die Verzweiflung einer Frau, die keine Obertrikotagen für sich finden konnte, erkennen lässt? Sie geht in Schuhläden! Ich hab mindestens drei Paar süße, lässige, mittdreißigeringeeignete Schuhe gesehen, die ich hätte auf der Stelle mitnehmen wollen! Aber Schuhe habe ich genug (boah, was für ein Paradoxum aus der Feder einer Frau!!).
Statt Schuhen kaufte ich mir zwei DVDs: „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ und „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“ (wenn das kein Zeichen ist!) und beschloss, mein Glück im Online-Shopping zu finden.

Gesagt, getan. Gleich heute morgen googelte ich nach „Mode - Frau - klein – dick“ und bekam wirklich hilfreiche Ergebnisse:

• „Klein, dick und sooo interessant!“ – ein Erfahrungsbericht über eine neue Frauenzeitschrift, nicht etwa über Frauen an sich!

• Kurz und dick – der Frauen Glück! Ab wann ist ein Penis zu klein?

• Modemagazine: „Machen Sie mehr aus Ihrem Typ!“ und „So erreichen Sie Ihr Wohlfühlgewicht!“

• Foren, in denen Frauen mit dem gleichen Problem nach Hilfe schrien, und in denen ihnen zu K-Größen und Übergrößen in der Kinderabteilung geraten wurde (glaubt wirklich irgendwer, dass ich dort nicht auch schon geguckt hätte? ich war noch nie größer und bin auch schon länger rund!).

• Linksammlungen zu Onlineshops im Allgemeinen mit Abteilungen für Übergewichtige (ich fühle mich nicht übergewichtig! ich brauche nicht Größe 46! – in einem Forum nannte sich eine Frau mit Humor „nicht übergewichtig, sondern untergroß“, genial, denn das trifft’s!).

• Einen Artikel über das Internationale Textilforschungszentrum in Bönnigheim, wo gerade Frauen ab 50 mit einem Bodyscanner vermessen werden, damit es zukünftig ansprechende Kleidung zwischen Oma-Mode und Jugendwahn für die reifere Generation gibt (löblich! löst aber mein Problem nicht wirklich zeitnah!).

• Eloquente Trendberichte darüber, dass ganz bestimmt und bald von der Modeindustrie erkannt wird, dass die Mehrzahl von uns Frauen NICHT Konfektionsgröße 34/36 trägt (aha? WANN???).

And the winner is: die Werbeseite eines Bekleidungsproduzenten, der eine großangelegte Vermessung kleinwüchsiger Menschen für maßgeschneiderte Klamotten durchführen will. (Sollte ich mich dort mal melden?)

Wieder melden werde ich mich bestimmt hier, z. B. wenn ich mal wieder BHs kaufen wollte und dabei feststellte, dass es auch für Trägerinnen der Körbchengröße C/D nur gepolsterte Exemplare in den Läden gibt. --- Ha! Als ob wir noch weitere Polster bräuchten! ;o)

Montag, 15. September 2008

Shockheaded Peter!

Am Freitag sah ich ihn, den „Shockheaded Peter“. Die schockierende Junk Opera - eine Gemeinschaftsproduktion des neuen theaters und des Puppentheaters Halle, ein „makabrer Spaß oder gedankenschwerer Exkurs in die Tiefen der menschlichen Seele“ - zeigt, „was passiert, wenn sich das Ego-Monster Mensch nach Nachwuchs, nach Vervielfältigung sehnt“.
„Shockheaded Peter“ ist der englische Titel des deutschen Kinderbuchs „Struwwelpeter“. Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben vom Jugendpsychiater Dr. Heinrich Hofmann, ist dieses Buch jedem bekannt und war auch noch zu meiner Kinderzeit (in den siebziger Jahren) beinahe in jedem Kinderzimmer und jeder Kindertagesstätte vorhanden. Auch heute noch kann man das Buch, neu aufgelegt mit den Originalzeichnungen des Autors, bei Amazon erwerben. Und auch heute scheint nicht jeder das Buch grausam und alles andere als moralisch wertvoll zu finden, liest man die Rezensionen zum Buch.
Aber was neues theater und Puppentheater aus den Geschichten machten, entlarvt überdeutlich den Abgrund der Menschlichkeit, und zwar so schwarzhumorig böse, dass mir oft das Lachen im Hals stecken blieb.
Da sind moderne Eltern, die sich endlich mal wieder einen Abend ohne Kind gönnen möchten. Eine Babysitterin (Lisa) wird engagiert. Und diese engagiert sich so gut, dass das Kind (grandios die Idee, einem erwachsenen Schauspieler einen überdimensionierten Puppenkopf aufzusetzen und so kindliche Proportionen zu schaffen!) nach anfänglicher Ablehnung Vertrauen zu ihr fasst und sie in die eigenen Alpträume einlädt. Das Kind präsentiert die Geschichten des Buchs als Stück im Stück, gespielt und gesungen auf fünf „Etagen“...
In einer Biedermeierkulisse lebt ein biederes Ehepaar, das sich ein Kind wünscht. Aber als das ihnen geschenkte Kind sich als hässlich, garstig, widerborstig - als Struwwelpeter eben - herausstellt, wird das Kind in den Keller geworfen und vergessen. Der Suppenkasper muss eben verhungern, wenn er den täglichen Einheitsbrei verschmäht, während die Eltern ihn mit stoischer Gier in sich hineinlöffeln und nebenbei außereheliche Beziehungen pflegen. Paulinchen (eine mit der Schauspielerin identische Pappfigur) brennt wirklich lichterloh im im Puppenstubenformat nachgebauten Bühnenbild bis auf das sorgfältig gestaltete Drahtskelett herunter. Hans guckt so lange in die Luft, bis er vom Dach des neuen theaters, wo er auf dem Geländer der Dachterrasse balancierte, ins Publikum stürzt (zu meinem Schreck kaum fünf Meter von mir entfernt). Und der Wüterich Friederich (eine exzellent von zwei Puppenspielern geführte Puppe in Babygröße mit verzerrten wütenden Gesichtszügen) wird nach seinen beängstigend realen Attacken auf die Eltern nicht vom Hund gebissen, sondern von der Babysitterin Lisa zur Raison und damit umgebracht. Erschütternd mit anzusehen, wie die Puppe immer wieder von den Puppenspielern aufgerichtet wird, wie sie zusammenbricht und dabei ihr Kopf an ihrem langen Stoffhals über den Bühnenrand hängt, wie echt die vorwurfsvoll anklagenden Blicke und Lisas entsetztes Weinen wirken.
Als am Ende die Eltern wieder nach Hause kommen und Lisa endlich aus der Wohnung fliehen darf - ist noch gar nichts zu Ende. Das Kind wird ins Bett gesteckt, die Eltern möchten sich noch mehr Zweisamkeit gönnen. Und als das Kind alpträumt (von mordlustigen Hasen!), erwacht und Geräuschen nachgeht, ertappt es seine Eltern beim Sex (herrlich subtil angedeutet durch das Raus und Rein einer Schreibtischschublade) und steckt sich die Daumen in den Mund, halb verstört (shock-headed!!) und halb voll kindlich-unbewusster Wolllust. Strafe muss sein, die Eltern kommen mit der riesengroßen Schere und schnippeln ihm die Daumen ab. Doch Lisa erscheint als gute Fee, sie trommelt die bösen Buben, die unartigen Kids des Buchs zusammen und dreht mit ihnen den Spieß um! In rebellischer Eintracht fesseln sie die Eltern an ihre Stühle, wo sie gekippelt werden, damit sie vor Angst wie Philipp zappeln; ihnen wird Suppe eingetrichtert und ihr Haar wird zerzaust und abgeschnitten!
Zweifache Versöhnung: die Eltern bekommen lange Fingernägel und struwwelige Haare und sitzen friedlich mit ihrem missratenen Kind am Tisch. Und aus dem Keller steigt der inzwischen riesige Struwwelpeter mit haarigem Riesenpappkopf, der sich als Lisa entpuppt, die den Kopf feierlich dem Kind überreicht, ein Akt des Verstehens, des Solidarisierens zwischen Kind und noch nicht ganz erwachsenem Babysitter.
Was haben wir gelernt? Dass sowohl Kinder als auch Erwachsene aus egoistischer Berechnung richtig grausam sein können? Dass grausige und sinnlose Bestrafungen und Belehrungen auch heute noch angewandt werden? Und man sich selbst wiedererkennt in der Ungeduld und Unbeherrschung der Protagonisten? Ich empfehle jedem, sich dieses Stück anzuschauen und sich sein Urteil selbst zu bilden. Als Moral von der Geschicht´...

MZ vom 2.6.2008

Weiterführende Infos zum Stück gibt es hier!

Dienstag, 9. September 2008

September am Meer... auf www.klunkerfisch.de!

Nein nein, ich bin nicht schon wieder am Meer - obwohl ich´s gern wär`... ;o)
Die neue Klunkerfisch-Kollektion ist da!

Wasser, Sand und Himmel...

Wenn der Sommer ausklingt und Du beinahe allein am Meer bist - oder wenn Du zu Hause die Urlaubsfotos ausbreitest und Dich erinnerst, dann fällt Dir diese Dreifaltigkeit auf.

Aus den Inspirationen des Sommers entstand die September-Kollektion des Klunkerfischs:
- Meerfarben
- Strandgut
- Abendhimmel

Denn wer möchte schon jetzt an den Herbst denken?


Mittwoch, 27. August 2008

Hasenherz


Hasenherz

Mein Herz
ist wund und weit
und Zeit
rinnt mir davon
zu langsam und zu schnell
nicht hell
nicht dunkel
grau und warm
wie Hasenfell
im Arm
das leise quiekt
mein Herz
ist besiegt

Freitag, 15. August 2008

Olympische Nebenwirkungen?

Peinlicher Patzer auf dem Trimm-Dich-Pfad: Bei dem Versuch, sich an der frischen Luft zu vergnügen, ist ein 42-Jähriger mit seinem Penis in einem Sportgerät hängengeblieben. Erst in einer Klinik konnten der Mann und das Gerät getrennt werden.

Le Xing habe einen Zwischenraum des Sportgeräts zum Masturbieren nutzen wollen, hieß es am Donnerstag in der Hongkonger Zeitung "Apple Daily". Dabei verhakte er sich mit seinem Geschlechtsteil offenbar so unglücklich, dass es den herbeigerufenen Sanitätern nicht gelang, ihn von dem 2,50 Meter langen Trainingsgerät zu trennen.

Der Mann wurde daraufhin samt Anhängsel in ein Krankenhaus gebracht und dort von Ärzten aus seiner misslichen Lage befreit - vier Stunden nach seinem ersten Hilferuf. Örtliche Medien bezeichneten Le Xing als "einsam und verhaltensgestört".


(Spiegel bzw. ala/AFP)

Hä??
Ich versuche die ganze Zeit, mir vorzustellen, was an einem Fitnessgerät so aufregend sein kann, daß man(n) auf die Idee kommt, sich daran zu befriedigen. Ob das was mit der Olympiade zu tun hat?
Wenn er Fitness macht, sollte er eigentlich kräftige Hände haben, denkt man doch. Aber es ging ihm wohl mehr um Exhibition als um Ejakulation.
Hach, was bin ich heute wieder wortgewandt. Und schön, dass die Welt trotz von Naturkatastrophen und unterdrückten Tibetern überschatteten Olympiarekorden noch so herzerfrischend normal ist. Igitt.

Donnerstag, 7. August 2008

Im Süden sitzt man auf dem Dach…

Zur Feier meines Geburtstags waren mein Liebster und ich gestern schick essen. Und zwar im „La Veranda“, einem neu eröffneten italienischen Restaurant im Süden von Halle (leider gibt es noch keine Restaurant-Website). Wir hatten die Werbeplakate an der Straße gesehen, wenn wir morgens ins Büro fuhren, und waren neugierig, was uns erwarten würde.
Das Restaurant befindet sich in einem Gebäude der ehemaligen Malzfabrik von Halle. Wer nicht weiß, was und wo diese ist: Es ist der große gelb-orangefarbene Ziegelbau mit den sieben markanten Türmchen-Schornsteinen östlich der Merseburger Straße hinter dem Amtsgericht. Ein Teil der Fabrik wird mittlerweile durch ein großes Fitnesscenter belegt.

Malzfabrik, www.alona.de
La Veranda vor Fertigstellung, www.flickr.com
Für das Restaurant hat man einen freistehenden Verwaltungsbau genutzt. Auf drei Etagen gibt es insgesamt drei Gasträume, in denen man die ursprüngliche Architektur des Gebäudes wiederfindet. Auch die Fußböden, Treppen und Balken der Wände hat man im Original belassen und liebevoll aufgearbeitet. Das alles wurde uns stolz und freundlich präsentiert, als wir im Restaurant eintrafen. Dann wurden wir auf die Dachterrasse geführt. Von dort hat man einen phantastischen Blick über das Gelände der Malzfabrik und genießt den Sonnenuntergang. Einziges Manko dabei: Auf der voll besonnten Terrasse stand nur ein Sonnenschirm, der leider auch noch kaputt war, so dass wir bei dem herrlich heißen Sommerwetter etwas schwitzten und von der Sonne geblendet wurden.
Ein junges und ausgesprochen nettes Serviceteam kümmerte sich eifrig und schnell um unsere Wünsche, brachte bestellte Getränke trotz des Drei-Etagen-Wegs schnell und ohne Unfälle. Die Speisekarte war nicht zu umfangreich, so dass uns die Auswahl leicht fiel. Es gibt ungefähr je zehn verschiedene Pizza-, Pasta- und Fleischgerichte, frischen Fisch je nach Tagesangebot sowie viele Vorspeisen (auch vegetarische) und fünf Desserts. Die Weinkarte ist relativ umfangreich und bietet regionale und internationale Sorten. Das Spirituosenangebot lässt sich vor allem im Grappa-Bereich wirklich sehen, dort findet man sicher einiges Erlesenes!
Das Warten auf die bestellten Speisen wurde uns dank des schönen Ausblicks nicht lang. Das Essen wurde auf vorgewärmten Tellern serviert, schmeckte frisch und sehr lecker und war nicht zu üppig portioniert. Auch das Dessert (hausgemachtes Tiramisu) war köstlich!
Die Preise der Gerichte sind bei der angebotenen Qualität mit 8 bis 12 Euro wirklich moderat. Weine (ca. 4,50 Euro pro Schoppen), Spirituosen (bis zu 10 Euro pro 2 cl) und Desserts (zwischen 4 und 8 Euro) sind zwar etwas teurer, aber ihren Preis auch dank des ausgezeichneten Services auf jeden Fall wert.
Der Abstieg über die Feuerwendeltreppe war zwar eigentlich nicht erlaubt, aber für uns ein abenteuerlicher Abschluss eines schönen Abends. Wir kommen gern wieder und freuen uns schon auf das Ausprobieren der Vorspeisenplatte für zwei Personen (16 Euro). Oder wir testen das angebotene Lachsessen (ein Glas Prosecco und Lachsspeisen, so viel man schafft, für 25 Euro pro Person). Oder aber (und das reizt mich sehr!) wir genießen das samstägliche „Canzone d´Amore“ für Verliebte: ein Glas Prosecco, ein 4-Gang-Menü und eine Flasche Wein für zwei Personen zum Gesamtpreis für 48 Euro! Schon bei dem Gedanken daran komme ich ins Schwärmen… Bella Italia in Halle!

Freitag, 25. Juli 2008

Frauen!

Zur Zeit kann ich mich selbst nicht leiden. Ich bin total gestresst und weiß gar nicht, warum. Die Arbeit in einer Behörde bringt kaum Stress mit sich. Nicht einmal, wenn, so wie im Moment, zwei Drittel der Belegschaft im Urlaub sind. Auch mit dreifacher Arbeit vergeht hier der Tag nicht schneller. Dabei hätte ich zu Hause so viel zu tun! Zumal kurz vor einem Urlaub. Es nervt mich, dass meine Wohnung nach einer Woche mit drei Hasen (eigentlich vier! die Tina ist doppelt so groß wie Nella!) aussieht wie ein Schlachtfeld, weil ich immer noch nicht zum Putzen gekommen bin. Es nervt mich, dass ich einiges zu waschen vergessen habe, dass ich nicht weiß, was ich alles in den Urlaub mitnehmen soll, und dass mein Herzallerliebster solche Probleme offenbar nicht hat...
Mein Liebster verstand heute morgen überhaupt nicht, wieso ich ihn angefaucht habe. Natürlich war das unbeherrscht und auch unfair von mir - aber wer sagt, dass Frauen immer rational handeln müssen? Dabei kannte er die Gründe: die Mülltüten mit dem Hasenmist sind beim Ausleeren gerissen, die Biotonne ist schon wieder zum Überlaufen voll – und das allein durch mich! Dabei stehen auf dem Balkon noch drei Tüten! Ich saß mit total verdreckten Händen im Auto und stellte fest, dass ich etwas wichtiges zu Hause vergessen habe, und hätte nur noch heulen können vor Unwohlsein. Und da sagt er: "Daran bin ICH doch aber nicht schuld, schrei mich nicht an!!" Männer verstehen Frauen nicht.
Kurz vor einem Urlaub wächst mir eben immer alles über den Kopf und ich möchte am liebsten zu Hause bleiben.

Samstag, 5. Juli 2008

Telekomisch! Das Abenteuer geht weiter!

Wie schon im Februar 2007 hatte ich wieder einmal ein Erlebnis mit der Telekom, das einen Tatsachenbericht lohnt. Für die maximale Authentizität gebe ich den Schriftwechsel im Original wieder:

Mail vom 17.06.2008
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Sehr geehrte Damen und Herren,
leider funktioniert Ihr einzigartiger Service der `Störungsmeldung online` nicht so einzigartig - er stürzt ständig ab - und eine Service-Telefonnummer zur Meldung von Störungen kann ich auf Ihrer Website leider auch nicht finden (komisch bei einem Kommunikationsunternehmen), weswegen ich auf dieses Kontaktformular zurückgreife.
Seit ca. 4 Tagen funktioniert mein Telefonanschluss nicht mehr. Das Telefon und das Telefonkabel sind in Ordnung (habe ich an einem anderen Anschluss geprüft), Spuren eines
Kurzschlusses sind an der Telefondose äußerlich nicht zu entdecken. Weder der Anrufbeantworter noch die Basisstation des Telefons erhalten jedoch ein Signal - alles tot (bzw. leises Rauschen).
Erreichbar wegen einer mglw. nötigen Terminabsprache zur Behebung der Störung bin ich per eMail bzw. mobil unter ...
Mit bestem Dank im Voraus für eine schnelle Bearbeitung und freundlichem Gruß,
Bellis X.


Mail vom 5.7.2008
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Sehr geehrte Frau X,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Wir entschuldigen uns für die verspätete Antwort.
Wir entschuldigen uns, dass die Störung an Ihrem Anschluss noch nicht behoben ist. Die gemeldete Störung hat der Kundendienst in unserem System bereits abgeschlossen.
Somit liegt uns kein offener Auftrag mehr vor. Deshalb bitten wir Sie, die Störung erneut unserem Technischen Kundendienst unter www.t-home.de/kundendienst mitzuteilen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Frau X, haben Sie sich schon Ihren Telekom-Vorteil gesichert?
Sparen Sie bis zu 150 Euro!
www.t-home.de/info/telekomvorteil
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Telekom

Mail vom 5.7.2008
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Sehr geehrte Damen und Herren der Telekom!
Ich wundere mich immer mehr über die Arbeitspraktiken Ihrer Firma. Die von mir gemeldete Störung wurde tatsächlich bereits vor fast zwei Wochen behoben!
Vorher wartete ich drei Tage lang vergeblich auf eine Reaktion seitens der Telekom auf meine Störungsmeldung per E-Mail (über Ihr Kontaktformular). Da ich aber schnellstmöglich wieder erreichbar sein wollte, meldete ich die Störung (es handelte sich tatsächlich nur um eine, denn ich habe nur einen Telefonanschluss, wie Sie aus meinen Kundendaten sehen können!) noch einmal telefonisch.
Bei meinem ersten Anruf wurde mir versprochen, daß ich nach der Prüfung durch einen Techniker umgehend zurückgerufen werde. Auf den Rückruf wartete ich zwei Tage vergeblich.
Aus diesem Grund (Sie erraten es sicher!) rief ich erneut an (Kompliment übrigens für die Geduld Ihrer automatischen Telefonansage, die sich selbst durch wütendes Anschreien nicht aus ihrer gesäuselten Ruhe bringen läßt) und fragte nach dem Stand der Prüfung. Der Kollege, der meine Daten am Computer abrief, schien unsicher zu sein, was den Bearbeitungsstatus betraf. Erst beteuerte er, daß eine Prüfung tatsächlich eine Störung gezeigt hätte, die aber behoben worden wäre. Da mein Telefon aber immer noch nicht funktionierte, meinte er dann doch, daß es sein kann, daß der Techniker ein "ist erledigt" eingetragen hätte, obwohl noch nichts erledigt wäre. Wie bitte?! Ich wunderte mich sehr und bat wiederum um schnellstmöglichen Rückruf nach einer angekündigten erneuten Prüfung.
Erfreulicherweise schellte am Abend nicht mein Handy sondern die Türklingel. Ein wirklich sehr kompetenter, freundlicher und vor allem enorm schneller Kollege Ihrer Firma prüfte und reparierte meinen Anschluss - ihm gebürt mein Dank! Allerdings wußte der Techniker nicht, welche meiner drei (!) Störungsmeldungen ausschlaggebend für seinen Besuch war. Aber ich nahm an, daß er veranlassen würde, die Störung als "behoben" in mein Kundenkonto eintragen zu lassen. Und damit war "meine Störung" für mich abgehakt.
Aber nicht für die Telekom! Einige Tage später klingelte mein repariertes Telefon und ein anderer verwirrter Techniker wunderte sich, daß ich abgenommen habe... ich hätte doch eine Störung gemeldet. Und heute kommt Ihre Mail, daß meine per Mail gemeldete Störung noch nicht behoben wäre...
Jetzt frage ich Sie bzw. die ganze Telekom: Wozu nützt ein computergestütztes Kundenkonto, wenn nicht verlässlich eingetragen wird, WER WANN eine Störungsmeldung AUFNIMMT und WER WANN die Störung GEPRÜFT, die REPARATUR in AUFTRAG GEGEBEN und WER WANN die Störung BEHOBEN hat - für alle Zuständigen abruf- und damit sichtbar, so daß solche Dopplungen, Verdrei- und Vervierfachungen vermieden werden können!
Gestatten Sie mir bitte noch eine Kritik an Ihren Online- und Telefonservice, wenn ich schon beim Schimpfen bin:
Es ist unglaublich umständlich, auf Ihrer Website bis zu einem Kontaktformular vorzudringen. Wie ich in meiner "Störungs-Mail" schon schrieb, ist Ihr einzigartiger Service der `Störungsmeldung online` nicht so einzigartig, wie von Ihnen angepriesen - er stürzt ständig ab - und eine Service-Telefonnummer zur Meldung von Störungen kann auf Ihrer Website erst nach längerer Suche gefunden werden.
Auch daß man bei einem Anruf erstmal von einer automatisierten Anrufbeantworterin auf die neuesten Tarife und Pakete der Telekom hingewiesen werde, statt zügig zu einem Bearbeiter durchgestellt zu werden, nervt! Die Dame versteht übrigens auch bei deutlicher Aussprache oft nicht den Grund des Anrufs (ich weiß das, weil ich mehrmals in der Warteschleife feststeckte und mein Glück erneut probieren mußte).
Es ist schon komisch, daß ein Telekommunikationsunternehmen statt persönlichem Service unpersönliche Formulare und Telefonautomaten für den Kunden bereitstellt. Aber wenn es darum geht, ihre Produkte anzupreisen, schreckt die Telekom nicht davor zurück, abends nach 21 Uhr noch Mitarbeiter anrufen zu lassen oder unter Entschuldigungsmails darauf hinzuweisen.
Seien Sie versichert, daß ich Ihr Unternehmen nicht weiterempfehlen, jedoch von meinen Abenteuern gern berichten werde.
Mit freundlichem Gruß und der nochmaligen Erinnerung, daß Sie ein "Störung behoben!" in Ihren Computer eintragen können,
Bellis X.

Dienstag, 10. Juni 2008

Schildkröten ála Feng Shui (Teil 2)

Es ist vollbracht! Das Mobile ist fertig!

Kopf und Hals der Schildis gestaltete ich wie bei einer Riesenschildkröte, also aufrecht mit deutlich abgesetztem Kopf. Außerdem bekamen die Schildis einen typischen kleinen Schwanz.


Die Holzschildkröte habe ich noch einmal angefertigt - dieses Mal überwiegt Grün im Panzer, das Muster sind Äste mit Blättern.
Die Metallschildkröte habe ich nicht noch einmal gefilzt, aber mit noch mehr Silber bestickt. Da ich leider keine Wolle in einem beigen Farbton habe, konnte ich diese Metall-Feng-Shui-Farbe nicht einbringen und habe deshalb nur Grau und Weiß und Silber verwendet. Das Muster soll die metallische Molekularstruktur (Gitter) darstellen.

Ich filzte kurze Füßchen, die leicht seitlich (also schräg nach unten) abstehen.
Mit den erhobenen Köpfen und den schräg (statt zur Seite) stehenden Füßchen schweben die Schildis unter einem Holzring, ohne dass sie wie Flugzeuge wirken.
Die Schildkröten haben natürlich auch Augen bekommen - winzige weiße Glasperlen wurden mit schwarzem Garn aufgestickt.


Wie es sich für ein Mobile gehört, sind die Schildis beweglich aufgehängt, das heißt: sie drehen sich, wohin sie wollen, schauen sich mal an, dann wieder nicht - und sie wippen lustig, wenn man sie anstuppst! ;o) Da sie an ganz feinem Nylonfaden hängen, schweben sie beinahe unsichtbar unter dem Holzring.
Oberhalb des Holzrings wurden auf jeden Faden drei winzige Glasperlen gefädelt (in Position gehalten von silbernen Quetschperlen), und zwar immer farblich passend zu der jeweils an dem Faden hängenden Schildkröte, dadurch entsteht der Eindruck eines filigranen Zelts oder einer Kuppel, unter dem/der die Schildis schweben.


Der Holzring selbst dient nur als Abstandshalter, er wurde an 5 Stellen (in gleichen Abständen zueinander) durchbohrt, so dass der Nylonfaden durch den Ring verlaufen kann. Damit der Ring nicht abrutscht, sitzen auf den Fäden unter dem Holzring ebenfalls silberne Quetschperlen, die den Ring in seiner Position halten.
Über dem Holzring laufen die Fäden in einem Punkt zusammen, an dem sie von 3 Quetschperlen zusammen gehalten werden. In der entstandenen Schlaufe sitzt ein kleiner dezenter Schlüsselring, an dem man das Mobile aufhängen kann.

Vom Schlüsselring bis zu den Schildkrötenfüßen ist das Mobile 50 cm lang. Der Holzring und damit das Mobile ist 10-11 cm breit. Die einzelnen Schildkröten sind vom Kopf bis zum Schwänzchen 5 cm lang. Das ganze Mobile wirkt in seinen Proportionen sehr symmetrisch und harmonisch und leicht und luftig.

Montag, 2. Juni 2008

Der geschmiedete Himmel


Jetzt ist sie endlich wieder zu sehen, in ihrer ganzen Pracht, die Himmelsscheibe von Nebra. Seit dem 23.05.2008 zeigt das Landesmuseum für Vorgeschichte dieses einmalige Artefakt der Bronzezeit im Rahmen einer völlig neu gestalteten Ausstellung. Chronologisch geleitet streift der Besucher nun durch die ersten Siedlungsfunde der Altsteinzeit vor und während der Eiszeit, mit Spuren von Mammutjägern und dem ersten denkenden Menschen. Er erlebt den „Menschenwechsel“ in der Mittelsteinzeit zu Beginn der Warmzeit: aufgrund von knapper werdender Jagdbeute veränderte der Mensch sein Jagd- und Siedlungsverhalten, er wurde zum Fischer und Waldläufer. Bis der Mensch schließlich in der Jungsteinzeit sesshaft wurde, Ackerbau, Viehzucht und Handwerk betrieb, seine Umwelt bewusst veränderte und für seine Zwecke zu nutzen begann. In der Frühbronzezeit blühte der Handel mit Keramik, Schmuck, Stoffen – und mit Metallen. Bronze galt nicht nur als extrem haltbares Material für Werkzeug und Waffen, sondern auch als Statussymbol: wer reich war, zeigte dies durch seinen Besitz an goldglänzenden Bronzegegenständen, wie Äxten, Messern, Töpfen und Schmuck. Die Himmelsscheibe ragt aus diesen weltlichen Alltagsgütern und Gebrauchsgegenständen heraus, und das nicht nur aufgrund ihrer glänzend goldenen Applikationen. Ob ihre Bedeutung jemals eindeutig und vollständig geklärt werden kann, ist fraglich – doch die Theorie, dass die Scheibe ein Kalender ist, welcher den Lauf der Himmelskörper innerhalb eines Jahres und damit die exakte Zeit für Aussaat und Ernte darstellt, ist verlockend einleuchtend und flößt dem Museumsbesucher große Ehrfurcht vor dem Wissen der Urahnen ein.
Es ist die dritte Himmelsscheiben-Ausstellung, die ich gestern besuchte.
Die erste präsentierte das Stück noch weitgehend in dem Zustand, in dem es gefunden wurde, gereinigt, aber beschädigt, jedoch in überwältigend feierlicher Weise: mitten im Atrium, einem drei Stockwerke hohen Saal unter einer Lichtkuppel, baute man die Vitrine auf, so dass sie nicht nur von allen Seiten, sondern auch von den Galerien der oberen Stockwerke aus zu sehen war. Unter die Lichtkuppel hatte man ein riesiges nachtschwarzes Tuch gespannt, in dem tausende winziger Löcher waren, durch die das Tageslicht blinzelte. Durch die aufsteigende warme Luft bewegte sich das Tuch ganz sacht. Der Effekt war grandios! Die „Sterne“ funkelten und glänzten, und ich fühlte mich tatsächlich wie unter einem gigantischen Himmelszelt. Ich glaube, ich saß stundenlang staunend und träumend auf den Stufen…
Die zweite Ausstellung war pompös. Das Himmelstuch war verschwunden. Stattdessen hatte man eine goldene Himmelsbarke diagonal in das Atrium gehängt, sie schwebte wie ein riesiger liegender Sichelmond zwischen den Galerien der oberen Stockwerke. Rings um das Atrium waren Funde und Leihgaben aus der Bronzezeit (u. a. der Sonnenwagen von Trundholm / Dänemark) ausgestellt – eine Fülle an Information und Glanz.
Die dritte Ausstellung drängt die Himmelsscheibe ziemlich ins Abseits. Wie schon beschrieben wird der Besucher chronologisch geleitet, wobei das Museum sich große Mühe gibt, Informationen anschaulich zu vermitteln. Ich liebe die phantasievoll erzählten Tages- und Jahresabläufe, die aus Geschichte lebendige Geschichten machen und wirklich nicht nur für Kinder spannend sind! Aber ehe man zur Himmelsscheibe kommt, hat man so viele Räume durchwandert, so viele Faustkeile, Scherben, Knochen und Äxte gesehen, dass man ganz benommen geworden ist (zumal die Luft im Museum nicht die beste ist). Als ich dann endlich in dem kreisrunden, stockdunklen Raum stand, der allein der Himmelsscheibe vorbehalten ist, war ich erst einmal verwirrt und dann enttäuscht. Denn die Scheibe ist nicht sofort zu sehen. Man muss erst um eine Trennwand (wie einen Wandschirm) herumgehen, die wohl das Licht vom Eingang abschirmen soll. Und so sieht man zuerst die Rückseite der Scheibe. Doch dann steht man unmittelbar vor ihr! Ganz nah und in Augenhöhe funkelt sie hinter dickem Glas, und man kann jeden Hammerschlag, den Rand des dünnen Goldblechs und die schuppige grüne Patina genauestens erkennen.
Schwindlig wurde mir in diesem Raum. Erst dachte ich, dass sich deshalb der Raum um mich dreht. Doch dann merkte ich, dass sich der Sternenhimmel über mir (genau wie in der ersten Ausstellung wurde ein schwarzes Tuch mit tausenden Sternenlöchern und sogar der Milchstraße unter der Lichtkuppel des Türmchens gespannt) dreht, und das sogar ziemlich schnell! Bänke oder Stühle ringsum an der Wand für kreislaufschwächere Besucher wären hier eine große Hilfe. Dann allerdings (eigentlich nicht nur dann) wäre es auch schöner, wenn man die Himmelsscheibe wie früher von allen Seiten und ohne störenden Paravent bewundern könnte, vielleicht sogar länger, weil im Sitzen. Ich fände es auch viel eindrucksvoller und zeremonieller, wenn man die Himmelsscheibe genau in der Mitte des Raums in einer altarähnlichen Vitrine präsentiert hätte.
Leider ist es auch nicht gestattet, das schöne Stück zu fotografieren. Schade, ich hätte gern mein ganz persönliches Foto von der Scheibe gemacht, natürlich nur für den Privatgebrauch. Das Museum könnte sich mit dem Verkauf von Fotoerlaubnissen sicher noch ein paar Pfennige dazuverdienen. Natürlich gibt es ein umfangreiches Merchandising zur Himmelsscheibe (einschließlich Postern und Fotobänden), und auch ich besitze einen winzigen Button und einen geschmiedeten Himmel en miniature, den ich um den Hals tragen kann – aber ansonsten gibt man für die Scheibe wenig Geld aus, denn der Eintritt ist moderat: 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Schön, dass Bildung hier mal nicht den Reichen vorbehalten bleibt.
Eine Jahreskarte werde ich mir sicher nicht kaufen (schon allein wegen dem niedrigen Eintrittspreis lohnt sich das nicht), aber ich werde sicher noch einige Male ins Museum gehen, auch um die kommenden Ausstellungen zum Mittelalter und der Neuzeit zu bewundern – aber hauptsächlich, weil ich himmelsscheibensüchtig bin.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Donnerstag, 24. April 2008

Befruchtet?

Ich bin eine Hallorenkugel. Was das heißt? ;o) Nun ja, ich bin gerade für schwanger gehalten worden, weil ich heute so ein weites, schlabberiges Hosenkleid anhabe, um meine Rundungen zu kaschieren.
Ein Kunde, der mich im Büro aufsuchte, fragte deshalb: "Wie lange sind Sie denn noch hier?"
Meine Antwort: "Bis zur Rente."
"Wollen Sie auf dem Schreibtisch entbinden???"
"Ich bin nicht schwanger, ich sehe nur so aus!"
Es war ihm sichtlich peinlich. Aber mir nicht - ich bin nun mal eine Hallorenkugel. Süß und rund und unheimlich lecker.
;o)

Donnerstag, 17. April 2008

Wassernurwollt?! Ein Mangelprotokoll.

Ich stinke. Ganz gewaltig. Und das gleich aus mehreren Gründen.
Als ich gestern am Spätnachmittag nach Hause kam, empfingen mich zwei Überraschungen: Ein Wasserwagen vor der Haustür und eine Mail von meinem Vermieter.
Die kommunale Wasser- und Abwasser GmbH hatte aufgrund von Baumaßnahmen in unserer Straße kurzerhand ohne Ankündigung das Wasser ab- und dafür einen 3000-Liter-Wasserwagen aufgestellt. Für fünfzehn Wohneinheiten. Macht ein Vollbad pro Wohnung, wenn man sparsam ist und gemeinsam in die Wanne klettert. Das Wasser kleckerte aber nur bis ca. 19.30 Uhr aus dem Hahn, dann war Dürre. Dummerweise hatte ich auf meine Wasserration vertraut und keine Töpfe mit Kleckerwasser gefüllt. Bald hatte ich Durst – und den konnte ich nur mit Prosecco stillen, denn Mineralwasser und Orangensaft waren aus und Milch passte nicht zu meiner Stimmung.
Ich brauchte Alkohol, da mir mein Vermieter in seiner neuesten Mail meinen Auszug nahe legte … Dieses Kapitel fordert eigentlich ein eigenes Posting, aber dazu muss ich vorher abklären, ob ich anonymisierten privaten Schriftwechsel veröffentlichen darf.
Ich trank also Prosecco, entwarf scharfzüngige Antwortschreiben und krabbelte schließlich müffelnd ins Bettchen. Nachts hatte ich schrecklichen Durst und Alpträume, in denen ich in meinem Bett vertrocknete, wo man mich Wochen später fand, dehydriert wie Ötzi, neben mir zwei leere H-Milch-Packungen…
Natürlich gab auch heute Morgen der Wasserhahn nur ein müdes Röcheln von sich, als ich ihn um etwas Nasses bat. Was nun? Einen Vorteil hat eine Dachwohnung, wenn es auch wiederholt reinregnet. Nein nein, ich habe nicht das Wasser aufgehoben, das ich beim letzten Starkregen in diversen Töpfchen auffing – obwohl die Menge (mehr als ein halber Liter) durchaus für ein paar Tassen Kaffee gereicht hätte (eine kaffeebraune Farbe hatte das Wasser sowieso schon, da es mit Vorliebe von den dunkel gebeizten Dachbalken tropft) – ich habe auf meiner Dachterrasse zwei Regenfässer stehen! Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den anderen Mietern! Wie die heute Morgen ihre Verdauungsrückstände weggespült haben, weiß ich nicht – ich konnte mir mit der Gießkanne helfen! Überhaupt ist es ja sehr ermunternd, wenn man zur Freude von Nachbarn und Voyeuren bei gefühlten 10°C unter Null (der Boden der Dachterrasse hat wirklich geglitzert!) nur mit einem Pyjama bekleidet bis zum Ellenbogen im Wasserfass steckt. Erfrischend war auch die morgendliche Wäsche. Nee, unter der Gießkanne geduscht habe ich nicht! Dazu war das Fasswasser zu eisig. Stattdessen verpasste ich mir eine Katzenwäsche mit Lappen und Seife und duftender Lotion und noch mehr Parfüm. Zum Zähneputzen fand ich noch ein paar Tropfen im Wasserkocher und in meiner Zimmerpflanzengießkanne. Na, geht doch!
Als ich ins Büro eilte, teilte mir der Hausmeister auf der Treppe mit, dass die Pumpe des Wasserwagens abends kaputt gegangen wäre. Wieso er aber nicht stehenden Fußes am Telefon die kommunale Wasser- und Abwasser GmbH zur Behebung des Problems aufgefordert hat, hat er mir nicht verraten. Vermutlich hatte er genügend Biervorräte, sein Haar glänzte heute Morgen aber auch beneidenswert schön…

Freitag, 11. April 2008

Schildkröten ála Feng Shui!

Eine Kundin bat mich, für eine Freundin ein ganz besonderes Mobile anzufertigen, das diese für ihr Büro verwenden möchte:
Es soll nach Feng Shui gestaltet werden, aus Schildkröten bestehen und sich farblich nach den fünf Elementen des Feng Shui orientieren. Was für eine Herausforderung! ;o)

Im Feng Shui schützen Schildkröten vor Unheil und unangenehmen Schicksalsschlägen. Sie verstärken Reichtum, Erfolg und Wohlstand und die Erfüllung von Wünschen und Träumen. Sie sollen zum Schutz gut sichtbar in den Räumen und im Osten aufgestellt werden, im Arbeitszimmer und in der Finanzecke vermehren sie den Reichtum.

Da ich mich mit Feng Shui nicht auskenne, mußte ich erstmal recherchieren, welche Elemente es denn da gibt und welche Farben ihnen zugeordnet sind:

Wasser: schwarz, blaugrün, violett, grau
Holz: grün, hellblau, gelb
Feuer: rot, orange
Erde: gelb, beige, braun
Metall: silber, gold, weiß, grau

Außerdem fand ich heraus, dass es im Feng Shui einen Entstehungszyklus gibt, der beschreibt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Elemente ineinander übergehen. Und dass die Elemente bestimmten Himmelsrichtungen zugeordnet sind. Damit wurde mir klar, wie ich die Schildkröten später anordnen muss.

Ich mischte in einer Grafik die Farben, um Harmonien zu finden, gestaltete stilisierte Schildkrötenpanzer mit diesen Farben und ordnete sie entsprechend den Himmelsrichtungen an.

Zuerst filzte ich die Panzer. Die Farben wählte ich entsprechend meiner Grafik. Dabei war ich überrascht, welche spannenden Kombinationen sich ergaben, wenn ich Farben mischte, die sich auf den ersten Blick miteinander "bissen".

Ich versuchte, Ornamente oder Motive einzufilzen, die das jeweilige Element verdeutlichten:

Wellen beim Wasser,
Zweige beim Holz,
Flammen beim Feuer,
Risse bei der Erde,
metallisch glänzende Streifen beim Metall.

Das war ziemlich schwierig, aber mit den Ergebnissen war ich zufrieden. Die Panzer waren alle gleich groß (3 cm lang), und jeder von ihnen wirkte individuell, aber nicht zu schrill.

Meine ersten Versuche gefielen der Kundin farblich gut, auch die Ornamente fand sie passend. Aber sie wollte gern ein Grün für die Holz-Schildi, weil das die bestimmende Farbe bei diesem Element ist.
Die Holz-Schildi hatte ich hellblau gemacht, weil das eine Farbe des Elements Holz ist, die sich kaum im Symbol (Zweige mit Blättern) darstellen ließ. Deshalb gestaltete ich einen Wolkenhimmel als Grundfarbe und darauf braun-grün-gelbe Zweige.
Doch wenn Grün als Grundfarbe nach Feng Shui besser ist, nehme ich eben Grün. ;o)

Denn natürlich möchte ich alle Schildis so anfertigen, dass sie der Kundin gefallen. Die fertigen Panzer kann ich nicht abändern, denn die Muster sind fest aufgefilzt und nicht aufgestickt.
Doch mit der Holz- und mit der Metall-Schildi bin ich selbst nicht so richtig zufrieden. Deshalb werde ich diese beiden noch einmal neu filzen.

Fortsetzung folgt auf http://www.klunkerfisch.de/!

Donnerstag, 27. März 2008

Blumenmann, wo bist du?

Gestern sah ich aus der Straßenbahn heraus ein Grafitto: „Blumenmann, wo bist du?“ stand in schön geschwungener roter Schreibschrift an einer Hauswand geschrieben. Umrahmt war der Satz von langstieligen roten Blumen. Und ich erinnerte mich an den Blumenmann.
Bis vor etwa zwei Jahren saß er im Frühling und im Sommer fast täglich vor diesem Haus oder vor dem Haus gegenüber, gleich an der Straßenbahnhaltestelle. Neben ihm auf dem Fußweg standen kleine Blumensträuße in einem Plastikeimer. Einen Strauß hielt er immer in den Händen. Die Sträuße hatte er offenbar selbst gebunden: aus Gartenblumen, aus Stiefmütterchen, manchmal mit Obstbaumzweigen dazwischen. Bunt waren seine Sträuße alle, und sehr liebevoll zurechtgemacht. Nie habe ich gesehen, wie der Mann einen Strauß verkaufte. Aber das muss er wohl. Denn wenn ich später am Tag noch einmal an ihm vorbeikam, war der Eimer meist deutlich leerer.
Der Blumenmann war schon alt, zumindest sah er alt aus, grau, gebeugt, verlebt. Meist trug er einen schmutzigen Jogginganzug, und immer umgab ihn ein strenger Geruch nach Schweiß und Urin. Und ein schlimmes Gerücht…
Erinnert sich noch jemand an den Kreuzworträtselmord, der im „Polizeiruf 110“ gezeigt wurde? Leider bezog sich diese Episode auf eine wahre Geschichte:
1981 verschwand in Halle-Neustadt eine siebenjähriger Junge. Seine Leiche wurde an der Bahnstrecke Halle–Leipzig in einem Reisekoffer gefunden, der mit alten Zeitungen ausgestopft war. Auf einigen der Zeitungen befanden sich ausgefüllte Kreuzworträtsel. Die Obduktion ergab damals, dass der Junge vor seinem Tod sexuell missbraucht wurde. Der Koffer mit seiner Leiche war wahrscheinlich aus einem fahrenden Zug geworfen worden.
Die Aufklärung des Mords wurde damals mit einem beispiellosen Aufwand betrieben. Da außer den ausgefüllten Kreuzworträtseln keinerlei Spuren vorhanden waren, kam es zu einer in der Kriminalgeschichte der DDR einzigartigen Aktion. Unter diversen Vorwänden wurden von jedem Bewohner Halle-Neustadts Schriftproben eingeholt, um das Wohngebiet des Täters besser eingrenzen zu können. Außerdem ließ man durch Junge Pioniere Altpapiersammlungen durchführen. Insgesamt wurden 551.198 Schriftproben ausgewertet. Diese immense Arbeit führte schließlich nach zehn Monaten zu einer Frau, die die Kreuzworträtsel ausgefüllt hatte und der auch der Koffer gehörte. Der Mörder war der Freund ihrer Tochter, zur Tatzeit erst 18 Jahre alt. Er erhielt in der DDR eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, wurde jedoch 1991 nach bundesdeutschem Strafrecht zu nur noch zehn Jahren Jugendhaft mit anschließender Einweisung in die Psychiatrie verurteilt. 1999 wurde er entlassen.
Man erzählte mir, dass der Blumenmann der Vater des damals ermordeten Jungen sei. Aus Trauer um seinen toten Sohn wäre er wahnsinnig geworden. Angeblich war seine Identität allgemein bekannt, die Leute respektierten seine Geschichte, indem sie seine Blumen kauften.
Wo bist du jetzt, Blumenmann? Und hast du Frieden gefunden, dort, wo du nun bist?

Dienstag, 18. März 2008

Kopfgespräche II

„… und entschuldige bitte, dass ich dich neulich beim Regionalausschuss nicht gegrüßt habe.“
„Hm. Wieso hast du mich denn nicht gegrüßt? Fast hatte ich den Eindruck, du wolltest mich nicht kennen.“
„Naja, nein, so war´s ja nun nicht. Ich hab dich kaum wiedererkannt nach der langen Zeit. Wie viele Jahre sind es? Siebzehn? Ist wirklich ein Ding, wie die Zeit vergeht…“
„Für mich hört sich das an, als wäre es dir peinlich gewesen, mit Leuten bekannt zu sein, die nicht wie du eine steile Karriere gemacht haben sondern immer noch zum Fußvolk gehören…“
„Nein nein, bestimmt nicht…“
„… und das entschuldige ich nicht. Du warst damals in der Schule ein hässlicher kleiner Knopf mit Hornbrille, Pickeln und fettigen Haaren, hast Klebstoff geschnüffelt und aus dem Fenster gekotzt – unsympathisch warst du mir aber nicht. Heute bist du attraktiv und glattrasiert – und ich kann dich nicht leiden, Oberbürgermeister.“

Gilmore Girls - Abspann

Das war´s also mit den Gilmore Girls. Letzten Freitag. Unwiderruflich sind sie vorbei, die spritzigen Dialoge unter den glitzernden Lichterketten des Vorzeigestädtchens Stars Hollow. Aber so richtig spritzig war ja die Serie schon eine Weile nicht mehr. Eigentlich schon, seit Rory in Yale aus der WG mit Paris ausgezogen und bei diesem Huntzberger eingezogen war. Ab da war sie erwachsen, und zwar mehr als ihre Mutter. Mit der konnten wir noch mitbangen und -leiden, wenn sie alles andere als vernünftig zwischen alter und neuer Liebe schwankte, mal den und dann wieder den ehelichen wollte – und schließlich wirklich den Falschen heiratete. Denn dass der der Falsche war, war uns allen klar! Auch Lorelai. Aber bis zur vorletzten Folge wollte sich nichts richtiges anbahnen zwischen ihr und dem Richtigen – Luke. Da gab´s nur ein paar zaghafte Small Talks, ein ziemlich zittriges Ansingen in der Karaoke-Bar und ein blaues Basecape. Würde noch alles gut werden am Ende? - fragten wir uns ängstlich. Und es wurde gut! Es gab einen Job für Rory, der ihren Wegzug aus dem Städtchen und damit das Ende der Serie begründete. Es gab ein Abschiedsfest, auf dem diejenigen fehlten, die sowieso aus ihrem Leben verschwunden waren: Dean, Jess und Logan. Lorelai versöhnte sich mit ihren Eltern und darf weiterhin Freitags bei ihnen essen (wo wir gern dabei wären!). Und Lorelai versöhnte sich mit Luke… Hach, es ging so schnell – zu schnell! Ein kurzes: „Ich danke dir für alles, was du für Rory getan hast“ – „Ich will doch nur, dass du glücklich bist!“ – „Ach, Luke…“ – und schon lagen sie sich schmatzend in den Armen. Und ganz Stars Hollow schaute applaudierend zu. Damit hätte man den Abspann ablaufen lassen können. Aber es gab noch eine letzte Szene, in der die Gilmore Girls als traditionelles Doppelgespann auftraten und in der der rührend-klassische Satz „du hast mir alles gegeben, was ich brauchte, Mum“ nicht fehlen durfte: Rory und Lorelai sitzen in Luke´s Diner und trinken Kaffee, führen dabei einen ihrer spritzigen Dialoge und geben uns das Gefühl, dass alles bleibt, wie es immer war. Und vielleicht ja irgendwann doch noch gezeigt wird.