Sonntag, 4. Februar 2007

Bücher.

Es war schon immer so: Seit ich lesen kann (und ich lernte es mit 5-6 Jahren), muss ich lesen. Ich lese Querbeet, nach Lust und Laune: Kinderbücher, Frauenromane, Krimis, Historienschinken, Lyrik und Kurzgeschichten... Wenn ich nichts zu lesen habe, weil ich alles, was bei mir herumsteht, schon kenne und gerade nicht in der Stimmung bin, etwas davon noch mal zu lesen (was ich aber oft tue), dann bin ich richtig mies drauf, bin unruhig, unzufrieden, unausgelastet. Dann wühle ich so lange in den Kisten mit Mängelexemplaren, die vor den Buchläden stehen, bis ich etwas entdeckt habe. Denn ich muss Bücher, die mir gefallen, auch besitzen. Das Zurückbringen von entdeckten Schätzen in die Bibliothek kommt nicht in Frage. Meist lohnt sich das Wühlkistenstöbern auch, ich greife selten daneben. Aber es passiert. Das letzte Buch, das mich enttäuscht hat, war ein Krimi aus einem Wühlkistengriff meiner Eltern: Dunkles Geheimnis von Clare Francis. Obwohl die Autorin einen angenehmen Schreibstil hat, bleibt das Buch oberflächlich. Die vielen detaillierten Beschreibung von Telefonrechnungen, Bankauszügen und nebensächlichen Handlungssträngen verwirrten mich ziemlich, und ich vermutete allerhand in alle möglichen Richtungen - das "Mord"motiv war dann wirklich banal. Wie... nur deshalb?! Nach solchen Büchern brauche ich dann immer dringend etwas wirklich spektakulär-spannendes oder geistreich-witziges. Bücher, die für mich zu obengenannten Schätzen gehören, stehen in meiner Amazon-Lieblingsliste und natürlich in meinem Regal. Autoren, deren Sprachgefühl/Geist/Witz (und das der entsprechenden Übersetzer!) ich bewundere und die ich für die Gründlichkeit, mit der sie sich Thematiken widmen, hoch schätze, sind z. B. (die Reihenfolge ist keine Rangfolge): Henning Mankell, Joanne K. Rowling, Peter Robinson, Peter Berling, Dagmar Seifert, Tanja Kinkel, Wolfram Fleischhauer, Kate Christensen, Jonathan Tropper, Ken Follett, Frank Schätzing und viele viele mehr. Von Letztgenanntem lese ich zur Zeit den historischen Kriminalroman „Tod und Teufel“. Es ist mein erstes Buch von Schätzing, und ich kann jetzt schon sagen: Ich mag Schätzings Sprache sehr. Er verzichtet völlig auf altertümlich „geschraubte“ Redewendungen, auf die viele Historien-Romanschreiber aufgrund der „Authentizität“ nicht verzichten wollen, die aber „die Lektyr über all Maß gar unfassbar erschwerlich gestalten“. Und Schätzing verpackt seine Lektionen in alter Geschichte in spannenden Abenteuern, die trockenen Lehrstoff lebendig werden lassen. Ich bin sehr neugierig auf weitere Bücher von ihm. Aber vorher warten noch drei weitere Ermittlungen des britischen Inspectors Alan Banks auf mich. Der Winter kann ruhig noch dauern.