Dienstag, 9. Januar 2007

Zum Wetter.

Mein Alltag ist mir momentan so lästig, dass ich ihn nicht wiederkäuen möchte. Worüber schreibt man also? Über´s Wetter, na klar.
Eigentlich bringt diese Wärme meinen ganzen Biorhythmus durcheinander. Wir haben Januar, es sollte knisterkalt sein, so dass ich meine Kuhohren tragen müsste. Statt dessen entdeckte ich gestern blühende Forsythia und einen rosafarbenen, wunderbar duftenden Winterflieder – sein Duft erinnert tatsächlich an Flieder, aber er blüht immer im Januar/Februar, sagte man mir. Trotzdem scheint es Frühling zu werden. Denn die Maulwürfe buddeln sich beim Frühjahrsputz nach oben. Und heute morgen in den Grünanlagen der Stiftung (dort, wo man den Verkehr von der Hochstraße nicht mehr so laut hört) warb ein Amselmännchen darum, erhört zu werden. Für einen tiefen Atemzug lang, bei dem die milde Luft roch und schmeckte wie ein Abend im herbstlichen Portugal, wenn die Kühle aus den Wäldern schlich, war ich zufrieden. Gut, wenn man davon munter wird und sich später an diesen Moment wenigstens noch mit dem Kopf erinnern kann. Meine Nase hat´s schon wieder vergessen.