Montag, 1. Januar 2007

Prost Neujahr.

Silvester war... hm... ruhig. Aber nicht wirklich entspannt. Ich war nicht entspannt, weil ich Kopfschmerzen hatte. Das ist blöd, weil man, wenn man Alkohol trinken will (und das hatte ich vor), keine Medikamente nehmen kann. S. und M. waren nicht entspannt, weil ihnen ihre Kids auf den Geist gingen (oder eigentlich: gehen). Die Kids waren nicht entspannt, weil sie sich langweilten. Denn die Idee, allerlei auf dem heißen Stein zu brutzeln, stellte sich als schlechte Wahl heraus: Während die Erwachsenen schwitzend damit beschäftigt waren, das Fleisch nicht anbrennen zu lassen, hatten die Kids keine Beschäftigung. Der einzige, der entspannt war, war mein Freund H. – er futterte, bis nichts mehr reinging. Und das dauerte wirklich lange. Ruckzuck war es zwölf. Anstoßen, Kids auf der Straße Knaller gucken lassen, paar Glückwunsch-SMS verschicken, noch Weilchen warten, bis die Knallerei draußen deutlich nachgelassen hatte, und dann ab nach Hause.
Gegen zwei lagen wir im Bett. Die Schmerztablette wirkte dann auch. Gegen drei knallten paar Halbwüchsige ohne Zuhause unten auf der Kreuzung immer noch herum. Schön regelmäßig alle drei Minuten ein Knallfrosch. Als ob diese Sadisten dabei auf die Uhr sahen: Alle Anwohner eindösen lassen – und jetzt der nächste Knall! Während die Adern in meinen Schläfen immer heftiger pulsierten, stellte ich mir vor, wie ich aus dem Fenster brüllte, sie sollten heimgehen und irgendwen ins neue Jahr vögeln oder sich mit sich selbst beschäftigen, anstatt uns vom Schlafen abzuhalten. Aber H., der die Jungs vom Balkon aus sehen konnte (als er eine rauchen ging - wach waren wir ja ehwieso), meinte, die drei hätten wohl nichts zu vögeln, die führen noch Fahrrad. Ich überlegte, ob ich anonym die Polizei anrufen sollte, mit der Ausrede, dass von irgendeinem Laden gerade die Schaufenster eingeschmissen werden. H. sagte aber, dass die Bullen jeden Anruf aufzeichnen würden und zurückverfolgen könnten, nix mit Anonymität also. Also träumte ich laut von einem Gewehr mit Präzisionszielfernrohr oder so was. H. schlug eine Schrotflinte vor: reicht weit und streut gut, was die Trefferquote erhöhen würde. Kichernd malten wir uns aus, wie wir (wenn wir die Knallköppe kennen würden) morgen alle halbe Stunde bei denen anriefen, während die versuchten, auszupennen. Oder (noch besser!) lautlos und unbemerkt ein Nebenhorn neben ihrem Bett installierten, was wir alle halbe Stunde per Fernbedienung einschalten könnten. Mmmööööööp!
Als die Typen um halb vier endlich abzogen, bollerte unten bereits irgendein Zeitungslieferant vorbei... Allen ein gutes neues Jahr!