Donnerstag, 4. Januar 2007

Erster Arbeitstag.

Der erste Arbeitstag gestern war so mies, wie ich´s befürchtet hatte. Dabei hatte ich am Abend zuvor extra noch Kleiderschrank und Stubenbuffet aufgeräumt, um mein nagendes Gewissen, in meinem Urlaub so gar nichts ordentliches getan zu haben, zu beruhigen. Das Ergebnis war aber nur Müdigkeit und schlechte Laune, weil der Urlaub so noch schneller zu Ende war.
Erster Arbeitstag also. Meine Schuhsohlen gingen gleich auf dem Weg zum Büro wieder flöten. Elastischer und trotzdem bombenfester Gummikleber, dass ich nicht lache. Die (wirklich nette!) Kollegin wollte gleich um acht Uhr morgens alles über Weihnachten und Silvester wissen (zum Glück sparte sie sich die Frage nach meinen guten Vorsätzen, davon halte ich nämlich gar nichts). Ich blieb wortkarg und versuchte, wach zu werden. Gegen halb zehn erinnerte mich Outlook an einen Termin bei meinem GIS-Guru. Auch das noch. Den hatte ich glatt verdrängt. Meine Laune sank ins Bodenlose, denn jetzt musste ich wirklich mein Hirn einschalten.
Der Termin zog sich dann auch, unterbrochen nur von einer Mittagspause beim China-Imbiss, bis 16.30 Uhr hin. Mit rauchendem Kopf und nassen Füßen kaufte ich noch Lebensmittel auf dem Heimweg, denn die Nichte rückt ja heute wieder an: Grapefruit, weil wir die beide mögen, und Hähnchenfleisch/Zucchini/Paprika für den heißen Stein, damit Nichte einen lecker-tröstlichen Abend verleben kann. Die Arme. Hoffentlich bringt sie die Wohnungsannoncen mit, die ich ihr ausgedruckt habe. Das Semester startet bald, und Horden von Studenten werden sich auf die kleinen 1+2-Raum-Wohnungen stürzen. Wir müssen handeln, auch wenn ihr Mietvertrag erst Ende März ausläuft.
Im TV lief abends ein Film über König Löwenherz und einen Kinderkreuzzug. Der Film war nicht wirklich gut, aber das Thema interessierte mich. Und ich mag Gabriel Byrne.
Eben las ich etwas über die Kinderkreuzzüge bei Wikipedia: „Im Kinderkreuzzug sollen, so berichten Stadtchronisten, im Juli des Jahres 1212 zwischen 7.000 und 25.000 Kinder, aber auch Erwachsene, von Köln und gleichzeitig von Lothringen zu einem Kreuzzug ins Heilige Land aufgebrochen sein. Der Anführer soll ein charismatischer Kölner Junge namens Nikolaus bzw. in Frankreich ein Junge namens Stephan gewesen sein, der auf seinem Zug immer mehr Menschen mitriss.“ Ich hatte den Begriff schon irgendwo gelesen, aber bisher keine Ahnung, was da passiert war. Oder angeblich passiert war, denn die Quellen zu den Kinderkreuzzügen sind dürftig. Aber das Thema ist spannend. Mal sehen, was ich noch dazu finde.
Erstmal muss ich allerdings arbeiten – die geistigen GIS-Ergüsse (ErGISse, haha) in eine Präsentation zwängen. Denn mal ran.