Sonntag, 31. Dezember 2006

So long 2006 - hau bloß ab!

Ich geb´s ja nicht gern zu, aber auch ich unterwerfe mich ab und zu aktuellen Trends. Wenn sie mir gefallen. Blogs jetzt also. Sind gerade in und jeder hat einen. Um sich seine alltäglichen Sorgen von der Seele zu schreiben. Oder (wenn ich mich vor mir selbst entschuldigen will, doch ein oller Trendsetter zu sein) um ein neues Projekt zum Jahresanfang zu starten. Besser gesagt zum Jahresende. Um das alte Jahr Revue passieren zu lassen. Und zu bewerten. Obwohl das nicht fair ist. Alles war ja nicht schlecht. Nur das zweite Halbjahr. Eigentlich nur die letzten fünf Monate.
Die Misere begann pünktlich zu meinem Geburtstag Anfang August. Exakt an meinem Geburtstagswochenende setzte das nasskalte Wetter ein und vermieste nicht nur den Bauern die Ernte, sondern auch mir die Gartenparty. Aber man ist ja gelassen und optimistisch und feiert die Feste, wie sie fallen. Die Parties (ja, es waren drei) waren wirklich cool. Und damit meine ich nicht, dass die Gäste unterkühlter Stimmung waren. Aber ich hätte gewarnt sein müssen. Denn der Chef meines Freunds strich ihm kurz darauf den für September geplanten Urlaub, weil H. noch zwei Wochen in der Probezeit war. Dabei war ihm der Urlaub bei seiner Einstellung zugesichert worden. Aber die war ja auch im ersten Halbjahr. Die Umbuchung auf Oktober wurde uns auch vom Chef vereitelt - aus betrieblichen Gründen. Tschüss Kroatien, es wäre schön gewesen! Dank an unsere potentiellen FeWo-Vermieter an dieser Stelle, die unsere 10%ige Anzahlung als Gutschrift verbuchten - vielleicht klappt´s ja wirklich im nächsten September. Kann ja nur besser werden im nächsten Jahr. Mit H.´s neuem Job inklusive.
Was noch nicht geklappt hat? Mein Traum vom eigenen Lyrikband zum Beispiel. Es wären ein paar Gedichte zu wenig, meinte der Verleger vom Druckkostenzuschussverlag. Außerdem würde ich zu wenig Themen "behandeln", eigentlich nur "Natur" und "Selbstreflektion". Eigentlich würde ihm das gut gefallen, es wäre ein vielversprechender Anfang, aber... Jaja, schon gut, ich weiß ja, dass sich Gedichte nicht verkaufen. Und Romantikgesülze erst recht nicht. Gibt zu viel davon. Aber bei so viel (wirklich sehr taktvoll und nett ausgedrückter) Kritik an meinem Talent spare ich den Druckkostenzuschuss lieber für eine Canon EOS 400D. Sowieso lassen sich meine Texte und Fotos nur auf meiner Homepage zum Gesamtkunstwerk arrangieren. Nur berühmt wird man so nicht. Jedenfalls nicht über Nacht. Gut Ding will halt keine Eile haben oder so.
Das nächste Projekt, der Klunkerfisch-Laden, lässt sich auch nur schleppend an. Aber Vorarbeit ist nun mal nötig, wenn man tatsächlich ein Gewerbe daraus machen will. Und das will ich. Nächstes Jahr steht der Umzug meiner Dienststelle in den Nachbarkreis an (Gebietsreform! auch so ein Frustthema!). Das bedeutet: jeden Tag eine halbe Stunde Fahrt mit der Deutschen Bahn oder der Kauf eines Autos samt dienststellennahem Parkplatz (naja, Parkgebühr eben). Wer, wie ich, gewöhnt ist, täglich zum Büro laufen zu können, und zwar einen schönen Weg durch Parkanlagen (ohne Parkgebühr, haha) und die City, der kann mir nachfühlen, wie mich die Vorstellung vom zeitigen Aufstehen und späten Heimkommen gruselt. Also: Alternativen zum ehwieso langweiligen Job müssen her. Da ich nicht leichtsinnig bin und weiß, dass ein eigenes Unternehmen erst mal Investition bedeutet, beiße ich die strapazierten Zähnchen zusammen und bastele in der Freizeit (und manchmal auch im Büro) für den Klunkerfisch: hübsche Origamis und Kirigamis und Filzschmuck (den natürlich nur zu Hause). Verkauft habe ich noch nichts. Aber allerlei verschenkt. War ja gerade erst Weihnachten. Meine Nichte bastelt tapfer mit. Trotz Liebeskummer und unklarer Jobsituation. Wenn alles gut geht, kriegt sie im Frühsommer hier in meiner Stadt einen neuen Job als Goldschmiedin. Zur Zeit macht sie in dem Laden ein Praktikum und es läuft gut an. Zwei Tage pro Woche wohnt sie bei mir. Und obwohl sie der liebste und ruhigste Untermieter ist, den man sich nur wünschen kann, ist es anstrengend, wenn man in der Zweizimmerwohnung aufeinander hockt. Aber sie hat ihre Wohnung in der "alten Heimat" schon gekündigt, wir können ihr jetzt also eine schnuckelige Wohnung hier in der Nähe suchen. 2007 wird also besser! Ganz bestimmt!
Und damit 2006 doch noch ein gutes Ende nimmt, werde ich jetzt die Schinkenröllchen vorbereiten, die wir heute mit Freunden auf dem heißen Stein brutzeln wollen. Um eine fettige Grundlage zu schaffen für den Alkohol, mit dem wir 2006 in Grund und Boden saufen wollen. Prost Neujahr!