Freitag, 12. August 2016

August

mehr als ein halbes Jahr ist rum
ich kann schon wieder diese Trauer fühlen
pünktlich beginnt die Nacht sich zu verkühlen
August kann nichts dafür, wie dumm

von mir, anstatt im Sommer noch -
in Sonnenhitze und Gewitterregen
mit Erdbeereis und barfuß auf den Wegen
- zu sein, fall ich ins Sommerloch

wie Ronja würd´ ich gern getrost beteuern
lang ist der Sommer, er wird ewig feuern
und wenn´s mal kühl ist, trägt man eben Hose

stattdessen schlaf ich nachts in dicken Decken
versuch, die Wärme in mir zu verstecken
und wär so gerne eine Herbstzeitlose

© Bellis Klunkerfisch
My Valentine - Gedichte vom Lieben und Sterben

Dienstag, 9. August 2016

Ein Bild entsteht: Acrylgemälde "Halle an der Saale"

Lange geplant, endlich in die Tat umgesetzt: Ein Bild von Halle (Saale), der grauen Diva!
Wer Halle (Saale) kennt, kann die von mir ausgewählten Bauwerke sofort zuordnen - es sind einige der schönsten und bekanntesten Gebäude der Stadt. Sie wurden mit Bleistift vorgezeichnet, damit die Proportionen stimmen.



Das Bild wird dominiert von dem Roten Turm in der Mitte, der hier auch tatsächlich eine rote Farbe erhalten hat.
Links davon reihen sich die Marktkirche mit den Hausmannstürmen, das Stadthaus und der Leipziger Turm auf.
Rechts vom Roten Turm befinden sich der Dom, die Saline und über ihr die Burg Giebichenstein.
Die Saale schlängelt sich vor den Bauwerken entlang.



Über der Szene türmen sich Wolken, durch die Lichtstrahlen auf die Gebäude fallen. Ein wahrhaft dramatischer Himmel!



Die letzten Striche... Ab und zu muss das Bild gedreht werden, um manche Linien akkurat zu ziehen.



Tadaaa! Es ist vollbracht! :o)
Insgesamt besteht das Bild nur aus drei Farben: Blau, Rot und Grau (in unterschiedlichen Nuancen).
Und in der Wirklichkeit befinden sich diese Bauten nicht in dieser Reihenfolge nebeneinander und die Saale führt auch nicht an ihnen vorbei. Das ist künstlerische Freiheit. ;o)



Klick auf die Bilder zum Vergrößern.
HIER kannst du das Bild auf www.Klunkerfisch.de kaufen - oder du besuchst mich im Klunkerfisch-Laden in Halle's Kuhgasse! :o)

Montag, 25. Juli 2016

Zitat-Plagiat

Lesehilfe: Fahr mit der Maus über die Zeilen...

nun ist das Blätterbraun schon wieder in den Spitzen
ich glaub, ich hab mir übel den Verstand verstaucht
weil es mein Schicksal war, dass ich mich ändere
für die Art, wie mich das ankotzt, gibt's kein Adjektiv

ich bin so traurig heute Nacht
fühl mich wie von innen unrasiert
Grillenfänger, Einhandsegler
Kind auf dünnem Eis

mitten im urbanen Zentrum
verlassen von allen guten Geistern
als einzige Lasche zwischen all den Schnallen
von der Zwergenwelt verschont

ich hab überall blaue Flecken von dir
und du, du lachst dazu
Sonnenzeit, unbeschwert und leicht
zeig keine Schwäche für mich

sicherheitshalber die kleinere Liebe
kühl und flach wie ein Foto
butterstullenplatt
als Umriss aus Kreide auf dem Asphalt

beim Rettungsring dicht daneben gefasst
flieg ich ans Ende der Welt, und über den Rand
und es knisterte und roch
oh, wie ich übermorgen mag

hab gut geschlafen und bin früh schon auf
heute ist der erste Tag danach
die Zeit heilt alle Wunder
der Traum ist aus - er ist Wirklichkeit

hab soeben die Nacht verschenkt
betrunken vom Kitsch und bitter vor Neid
mein Monster beißt nicht, es frisst dich aus der Hand
ein Kleinod dieser Welt

Graffities machen graue Wände lebendig
wenn man sie nicht mehr gebrauchen kann
da war 'ne weite Fläche Zeit
nur noch Narben da, wo Wunder waren

da war ein Schaukeln wie von Pflanzen
weiche Schultern, leichter Gang
so viele Dinge bekommt man erst dann
in der Nacht mit dem Regen

ich brauche jemand, der mir auf die Brille haucht
so könnt' ich laufen, stundenlang
auf hölzernen Planken
Zeit bis zu meiner Beerdigung

die Autos klingen wie Brandung
hab Löcher mit 'ner Lupe in Satin gebrannt
um zu sehen ob die warme Nachtluft mich trägt
und hinterm nächsten Block träum' ich mir das Meer

wenn nicht so, dann eben anders
spät ist manchmal eben doch nicht früh genug
ich kenn den Weg aus dem Labyrinth
was ich bekämpf', ist unsichtbar

© Bellis 2006 (www.Klunkerfisch.de: Lyrikband "My Valentine - Vom Lieben und Sterben")

Mittwoch, 20. Juli 2016

Offener Brief an Cécile Brandt aus Halle (Saale)

Hallo Cécile!

Da du dich mir, dem Gerichtsvollzieher und wahrscheinlich auch den weiteren von mir bestellten behördlichen Vollstreckungsbevollmächtigten immer wieder entziehst, mache ich die Sache jetzt öffentlich.

Seit mehr als drei Jahren schuldest du mir 810 Euro, die ich dir damals, als wir noch befreundet waren, gut- und treuherzig als Kautionssumme für eine Wohnung geliehen habe - von der du vermutlich damals schon wusstest, dass sie zu teuer für dich ist und du sie gar nicht bezahlen kannst. Du bist damals schnell wieder ausgezogen, hast mir wahnwitzige Storys aufgetischt von habgierigen, die Kaution einbehaltenden und mit Gewalt drohenden Vermietern und mir überzeugend deine Angst vorgespielt. Und ich habe dir geglaubt. Habe mich immer wieder von dir einwickeln und vertrösten lassen, aufgrund deiner persönlichen Situation und unserer gemeinsamen Geschichte.

Dann plötzlich hast du mich geschnitten und blockiert auf sämtlichen Kanälen und in sozialen Netzwerken. Schriftliche Mahnungen von mir hast du ignoriert. Bist untergetaucht. Warst weg.
Zufällig traf ich dich Monate später wieder auf der Straße - und da ging dann die Lügerei los: Mal hättest du meine Telefonnummer / Mail-Adresse nicht mehr, würdest dich aber noch diese Woche melden, um "die Situation zu klären". Dann wieder wolltest du "noch heute" das Geld überweisen, weil du jetzt Arbeit hättest. Beim nächsten Treffen hattest du das Geld bereits überwiesen - nur dass das nie ankam.
Und jetzt fährst du deine übliche Tour - tauchst unter, wenn der Gerichtsvollzieher vor deiner Tür steht.

Mir reicht es jetzt endgültig. Ich werde das Vollstreckungsverfahren weiter vorantreiben. Aber gleichzeitig möchte ich dich der Öffentlichkeit als den Menschen zeigen, als den ich dich mittlerweile kenne - und ich glaube, dass du DAS wirklich bist: Ein Lügner, ein Schmarotzer und ein Feigling!

Ich war monatelang für dich da, als es dir schlecht ging. Habe dir geholfen, mental und praktisch. Beim Umzug, mit Einkäufen, als du krank warst, mit Gesprächen vor und nach deinem persönlichen Verlust.
Mein Geld hast du gern genommen - hast bereitwillig den Darlehensvertrag unterschrieben und warst auch sehr mit den vereinbarten Raten und der Verlängerung des Vertrags einverstanden.

Ich will mein Geld wiederhaben, Cécile! Die geliehene Summe (810 Euro) plus die Ausgaben, die mir durch das Vollstreckungsverfahren bisher entstanden sind (105,55 Euro)! Nicht in Raten, sondern in einer Zahlung! Und wenn mir weitere Kosten entstehen, will ich die auch von dir erstattet bekommen!

Es ist mir egal, woher du die Summe nimmst. Leih es dir doch, wenn du das Geld nicht hast! Daran bist du doch gewöhnt!
Ich weiß, dass ich nicht der einzige Gläubiger bin - offenbar nutzt du jeden aus, der dir gegenüber freundlich ist. Du nimmst und nimmst und nimmst - Geld, Wohnraum, Lebensmittel, Zeit und Aufmerksamkeit. Ich habe beobachtet und erlebt, wie du lügst und trickst, um das zu kriegen, was du willst - und dafür schreckst du auch vor Selbstverletzung nicht zurück, um dich als Opfer darzustellen.
Aber ich behaupte, du bist kein Opfer - ich sehe dich als einen manipulativen, selbstgerechten, feigen Täter, der sich jeglicher Verantwortung entzieht. Kündigt dir jemand die Freundschaft (oder die Wohnung oder den Job), suchst du dir für deine Schmarotzerei dein nächstes Opfer.
Ich verachte dich dafür!

Ich hoffe, dass mein Brief viele Leute aus deinem Umfeld erreicht, damit diese nicht so leichtgläubig sind wie ich und dir aus der Patsche helfen.
Ich wünsche dir aus tiefster Seele, Cécile, dass sich alle deine Freunde von dir abwenden. Dass du völlig allein dastehst. Dass du endlich gezwungen bist, Verantwortung zu übernehmen und dich den Konsequenzen deiner Taten zu stellen.

Ich habe kein Interesse daran, irgendetwas mit dir zu klären. Die Beweggründe deines Handelns will ich nicht wissen - du hast mich lange genug eingewickelt, hingehalten und verarscht. Ich will mein Geld zurück - 915,55 Euro bis jetzt - und dann will ich nie wieder etwas mit dir zu tun haben!

Steffi

PS: Wer der Meinung ist, dass dieser Brief den Tatbestand der üblen Nachrede gemäß § 186 StGB erfüllt - ich kann meine Forderungen belegen (das sollte aus dem Text hervorgegangen sein) und habe meine persönliche Ansicht über diese Person dargelegt, die von niemandem geteilt werden muss.

Dienstag, 5. Juli 2016

Das Juli-Schaufenster im Klunkerfisch-Laden: Sternennächte

Im Juli steht beim Klunkerfisch alles unter dem Motto "Sommerliche Sternennächte".
Inspiriert von der Himmelsscheibe von Nebra habe ich aus einem Gymnastik-Reifen eine stilisierte Himmelsscheibe als Schmuck-Display für das Schaufenster angefertigt.



In die Scheibe habe ich meine handgefertigten Schmuckstücke drapiert - in Nachtblau, Silber, Gold, Weiß und mit vielen nachtleuchtenden Perlen!



Neben dem Reifen hängen zwei runde Acryl-Bilder: Meine Interpretation der Himmelsscheiben-Motive und ein silbriger Vollmond.

Acryl-Bild Himmelsscheibe Acryl-Bild Vollmond

Nach und nach werden die Schmuckstücke nun auch in die Sternenhimmel-Kollektion auf www.Klunkerfisch.de einziehen - regelmäßiges Reinschauen lohnt sich also! :o)

Montag, 4. Juli 2016

Klunkervögel - Dramatische Ereignisse mit einer Amselfamilie im Klunkerfisch-Laden

Über meinem Ladenschild hatte sich ein Amselpaar ein Nest gebaut (das hatte ich ja schon HIER berichtet - und fälschlicherweise angenommen, dass sie wieder ausgezogen waren, weil Frau Amsel so enorm leise brütete). Abgestützt vom Verteilerkasten der Ladenschildbeleuchtung und gut geschützt im Dickicht der Pfeifenwinde brütete Mama Amsel (Mamsel!) drei Eier aus.
Es war schwierig, mit dem Smartphone das Nest zu fotografieren, weil es so gut getarnt in den Kletterpflanzen steckte. Und auf die Leiter wollte ich nicht steigen, um die Vögel nicht zu stören.
Auf dem ersten Bild sieht man Mamsel beim Brüten - es war warm und sie hat gehechelt, die Arme.
Nach wenigen Tagen waren die Jungen ausgeschlüpft - und da ging das Theater los. Mamsel war unentwegt damit beschäftigt, Futter für die Amselinge heranzuschaffen. Papa Amsel hatte sich nämlich aus dem Staub gemacht! Sobald sie ins Nest kam, piepsten und krakeelten die Kleinen los, weil jeder das Meiste davon abkriegen wollte.
Auf dem zweiten Bild sieht man einen Amseling, denn da waren die drei schon so groß, dass sie kaum noch Platz im Nest hatten. Der "Ausflug" stand kurz bevor!


Also brachte ich meine Canon EOS 400 D samt Teleobjektiv mit in den Laden, in der Hoffnung, bessere Fotos vom Nest schießen zu können. Aber das Nest war leer! Ausgeflogen!
Doch woher kam das Piepsen und Tschilpen? Klein-Anselm, der Nachzügler, war offenbar noch nicht so fit, dass er es seiner Mamsel und den Geschwistern hinterher bis aufs Dach geschafft hat. Über die Gasse flattern ging wohl schon, denn er saß gegenüber vom Laden in einem Hauseingang und wurde dort von Mamsel gefüttert. (Klickt auf die Fotos zum Vergrößern.)



Als jemand aus der Haustür kam, fühlte sich Anselm gestört, flatterte über die Gasse - und hinein in meinen Laden!! 😱 Mamsel suchte ganz verdutzt nach ihm, als sie das nächste Mal mit einer Beere im Schnabel kam, fand ihn natürlich wegen seines lauten Piepsens und kam ebenfalls hereingeflogen. Schaut euch das Video an!


Freilich haben sie den Weg zurück nach draußen gefunden. Danach saß der kleine Dicke immer mal woanders in der Kuhgasse: Entweder neben mir in der Kletterpflanze oder unter der Ladenbank im Kellerfenster, dann wieder ein Stück weiter weg in einem anderen Fenster...
Anselm kreischte mittlerweile sehr laut und hungrig, weil Mamsel sich (absichtlich!) verspätete, und flatterte immer ein Stückchen weiter in Richtung Hauptstraße, der Mamsel entgegen, die meist von dort mit Futter einflog.
Das besorgte mich, denn auf der Hauptstraße fahren Autos und Straßenbahnen.
Und dann dachte ich, mein Herz bleibt stehen! Da flog doch Anselm plötzlich seiner ihn lockenden Mamsel über die Hauptstraße hinterher, schaffte es nicht und landete auf den Schienen! Und eine Straßenbahn kam! Ich hab geschrien und bin gerannt - und hab dann gecheckt, dass die Tram aus der Gegenrichtung kam! Anselm saß wie festgefroren im Gleis und wartete, dass das Donnern vorbeifuhr. Dann flatterte er wieder zur Kuhgasse zurück, der kleine Dumme. Ich hatte mich schon mit einem Karton bewaffnet (weil anfassen geht ja nicht), um ihn rüberzutragen. Aber da kam Mamsel ganz tief angeflogen und Anselm sauste hinterher und über die Hauptstraße! Geschafft!
Mach's gut, kleiner Amseling! Üb fleißig weiter fliegen! Und komm mal vorbei und sing mir was!

Donnerstag, 9. Juni 2016

2. Platz bei Händel's Schaufenster-Wettbewerb!



Gestern Abend fand die Prämierung der am schönsten für die Händelfestspiele geschmückten Schaufenster statt. Und ich gewann den zweiten Preis: Einen Gutschein für Galeria Kaufhof! 😊



Auf www.saalereporter.de gibt es einen ausführlichen Artikel, in dem alle Preisträger namentlich genannt werden.



Über mich steht dort:
"Der Preis für den zweiten Platz, einen Einkaufsgutschein von Galeria Kaufhof, geht an das Schmuckgeschäft Klunkerfisch. Ein liebevoll entworfener Flyer, der die Schaufenster-Dekoration mit dem Schwerpunkt „Händel und der Mythos“ erklärt,  punktet ebenso wie auch der mit Instrumenten und Noten verzierte Schmuck, den es im Zuge der Händel-Festspiele bei Klunkerfisch zu kaufen gibt."

Ich freue mich. 😊

Und HIER hat TV Halle über das Preisträger-Essen im Krug zum Grünen Kranze mit Halle's Oberbürgermeister berichtet.
Es gab Spargelcremesüppchen, Kalbsschnitzel mit Parmesan und Backkartoffeln mit Mojo-Sauce, Erdbeer-Mus mit Milchschaum. Sehr lecker! ;o)

Mittwoch, 1. Juni 2016

Neue Nachbarn

In den Kletterpflanzen über meinem Ladenschild hat am Wochenende ein Amsel-Paar sein Nest gebaut. Monsieur singt immer sehr schön, während Madame wohl schon mit dem Brüten (oder noch mit dem Eierlegen)? beschäftigt ist. Sie ist scheu und hat noch nicht akzeptiert, dass ich zum Laden gehöre. Und sie hechelt in der Sonne. Gern würde ich ihr etwas zu trinken anbieten, aber auf dem Gehweg ist es zu unruhig, fürchte ich. Hoffentlich sind sie nett, die neuen Nachbarn, und entledigen sich ihrer Bedürfnisse nicht auf meine Auslage. 😉

Update am 2.6.: Familie Amsel ist umgezogen. War ihr wohl doch zu laut in der Kuhgasse. 😞

Montag, 30. Mai 2016

Vorbereitung auf den Händel-Schaufenster-Wettbewerb 2016

Letztes Jahr habe ich den Schaufenster-Wettbewerb, der alljährlich im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle (Saale) ausgerufen wird, gewonnen.
Das ist natürlich in diesem Jahr eine enorme Herausforderung für mich - ich habe große Lust, wieder den ersten Preis abzuräumen! ;o)

Das diesjährige Thema lautet: Händel - Geschichte, Mythos, Aufklärung.
Für den Begriff Mythos könnte man auch „Mythologie“ (wie römische, griechische Mythologie) verwenden. Händel hat in seinen Opern zahlreiche antike und zeitgenössische Legenden verarbeitet. Georg Friedrich Händel hat in der Epoche der Aufklärung gelebt. Die Epoche machte vor allem mit ihrem großen Ereignis der „Französischen Revolution“ im Jahre 1789 Furore. Deren Leitspruch „Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit“ findet ihre Wurzeln in den Ideen, Projekten und Lebensweisen des ganzen 18. Jahrhunderts. Händel schrieb mit dem Erschaffen seiner musikalischen Kunstwerke Musikgeschichte und hat sich bis heute als historische Person im kulturellen Gedächtnis eingeprägt.

Da zur Musikgeschichte und zum Leben Händels viele schlaue Leute schon vieles recherchiert und publiziert haben und die Gestaltung des Schaufensters mit Noten und Händel-Porträts eher ... hm ... üblich gewesen wäre - und da Händel mit der Idee der Aufklärung nicht soooo viel am Hut hatte, konzentrierte ich mich bei diesem Thema auf den Aspekt Mythos.

"In" waren im Barock besonders die Opern - dabei wurde aber immer wieder die Forderung nach Natürlichkeit des Vortrags erhoben, was aber gar nicht so einfach umzusetzen war - ein gesungener Monolog / Dialog wirkt doch eher künstlich. Die Komponisten der Opern versuchten deshalb, dieser Forderung dadurch nachzukommen dass sie die Handlung in das mythische Arkadien verlegten, dem imaginären Ort der Hirten und Sänger, wo nicht nur die Poesie beheimatet, sondern auch der Gesang das natürliche Ausdrucksmittel war. Sowohl in Händel‘s „Acis and Galatea” wie auch in Rameau‘s „Hippolyte et Aricie” treffen wir also mythologische Figuren, wie Nymphen und Zyklopen, Pan und Neptun an - und damit in den barocken Bühnenbildern auch Symbole der mythischen Handlungsorte, wie Wälder und Wolken, Muschelgrotten und das Meer.
Außerdem ist es wahrscheinlich, dass mit der Verbreitung der Barock-Oper anstelle des bis dato verwendeten schlichten Souffleur-Kastens nun eine große, oft vergoldete Muschel in Mode kam. Die Soffleur-Muschel versteckte den «Einflüsterer», der den Interpreten bei einem Text-Hänger half, diskret und dennoch dekorativ auf der Bühne.


So entwickelte sich bei mir die Idee, in meinem Schaufenster eine Muschelgrotte / eine Souffleur-Muschel zu gestalten.
Denn in Muscheln entwickeln sich Perlen und das Wort "barock" entstammt der portugiesischen Sprache, in der unregelmäßig geformte Perlen als barroco bezeichnet wurden, das heißt „ungleichmäßig“ oder „schief“. Perlen wurden deshalb häufig für die pompösen und schillernden Schmuckstücke des Barock verwendet.
Und auch Muschel-Ornamente waren im Barock ein oft und üppig gebrauchtes Zierelement. Ursprünglich war die Muschel das christliche Symbol der göttlichen Empfängnis: Maria (die Muschel) empfängt Jesus (die Perle) durch den Heiligen Geist. Im Barock galt die Muschel allgemein als Symbol für den Empfang der göttlichen Gnade.

Der Plan stand - eine nicht mehr gebrauchte Sandkasten-Muschel war schnell organisiert und wurde weiß lackiert. Ich bastelte mir eine Schablone, um den Rand der Muschel mit goldenen Ornamenten und eine große Styropor-"Perle" gold zu besprühen.



Während der Lack trocknete, fertigte ich extra für die Händelfestpiele zahlreiche Schmuckstücke mit Süßwasserzuchtperlen, vergoldeten Muscheln und Schnecken sowie winzigen Musikinstrumenten an - die ganze Kollektion gibt es hier auf www.Klunkerfisch.de!


Das Schaufenster habe ich dann wie eine Opern-Bühne gestaltet: In der Mitte befindet sich die große Muschelgrotte mit ihrer goldenen Perle. Die Schmuckstücke an der Muschel-Wand und auf der Perle werden von vielen winzigen Lichtern illuminiert und glänzen dadurch prunkvoll.
Gehalten wird die Perle von Händen in eleganten Satin-Handschuhen - einer Opern-Besucherin? ;o)


Seitlich vor der Muschel befindet sich der Vorhang der Bühne - bestehend aus transparenten Chiffon-Tüchern aus meinem Sortiment und einer Feder-Boa (dieser Opern-Besucherin?).
Für die Schaufenster-Gucker habe ich noch einige Infos in Muschel-Rahmen aufgehängt. Zusätzlich liegen Flyer für sie bereit.
Vor der Muschel wellen sich Seiden-Tücher (aus meinem Sortiment) wie das Meer und daneben türmen sich bestickte Kissen (ebenfalls aus meinem Sortiment), die zum Verweilen in mythischen Hainen oder am Strand einladen.


Ob meine Gestaltung für einen Preis beim Schaufenster-Wettbewerb ausreicht, berichte ich euch gleich nach der Preisverleihung am 8. Juni! Drückt mir die Daumen! :o)